Freitag, 26. Mai 2017

Südtiroler Berge - dank Ambrotypie festgehalten

Die Abschlussarbeit von 2 Maturanten der Bozner Fachoberschule „Max Valier“ ist eine Balgenkamera nach dem Vorbild aus dem Jahr 1839.

Kurt Moser und die „Lightcatcher“-Kamera nach antikem Vorbild.
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Kurt Moser und die „Lightcatcher“-Kamera nach antikem Vorbild. - Foto: © D

Unter der Leitung von Kurt Moser, dem ehemaligen und mehrfach preisgekrönten Kameramann für ZDF, ARD, ARTE, BBC und CNN im Bereich Dokumentarfilm, Künstler und heutigen Dozenten an der Filmschule ZeLIG in Bozen, arbeiteten die Schüler Simon Dissertori und Andreas Larcher der Klasse 5MA Maschinenbau an der Herstellung einer Großformatkamera. Unterstützt wurden sie dabei von den Lehrpersonen Stefan Bachmann und Georg Caminada.

Aus Alt mach Neu

Die Kamera entstand nach dem Muster der bereits 1839 entwickelten und im Prinzip bis heute immer noch aktuellen Balgenkamera. Sie wird jedoch große und spektakuläre Bilder im Format 90 x 90 cm fertigen. Kameras dieser Größe wurden jedoch nie kommerziell hergestellt.

Belichtet werden die Motive auf sehr seltenen Schwarzglasplatten mit Silber. Das Ergebnis nennt man nicht eine Fotografie, sondern eine Ambrotypie. Sie ist das zweitälteste Fotografie-Verfahren.

Und ein recht kostspieliges Verfahren: Das fertige Kunstwerk wird um 5000 Euro angeboten - jedes davon ein Einzelstück.

Berge festhalten

Mit der kleinen, antiken Balgenkamera, nach deren Vorbild das Projekt gefertigt worden ist, hat Moser Fotos von Südtiroler Bergbauern gemacht. Mit Hilfe dieser neuen Kamera sollen besonders große Bilder des UNESCO–Weltnaturerbes Dolomiten - aufgenommen aus nächster Nähe - festgehalten werden.

stol/wh

stol