Donnerstag, 26. Januar 2017

Südtiroler Einsatz in Mittelitalien wird beendet

Gewaltige Schneemassen und ein von einer Lawine verschüttetes Hotel hatten die Rettungskräfte vor Ort an ihre Grenzen gebracht. Seit dem 18. Jänner waren deshalb insgesamt 66 Helfer aus Südtirol in den Provinzen Ascoli Piceno und Pescara im Einsatz. Am heutigen Donnerstag wird der Katastropheneinsatz offiziell beendet.

Zehn Männer der Bergrettung Süd- und Osttirol und des italienischen Pendants CNSAS halfen bei den Arbeiten am verschütteten Hotel Rigopiano. - Archivbild
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Zehn Männer der Bergrettung Süd- und Osttirol und des italienischen Pendants CNSAS halfen bei den Arbeiten am verschütteten Hotel Rigopiano. - Archivbild - Foto: © APA/AFP

Nach den starken Schneefällen in Mittelitalien hatte die staatliche Zivilschutzbehörde auch Hilfe aus Südtirol angefordert. Gleich nach Anfrage von Seiten der staatlichen Zivilschutzbehörde waren am 18. Jänner abends sechs Männer der Berufsfeuerwehr Bozen der Agentur für Bevölkerungsschutz in das Katastrophengebiet aufgebrochen, um Hilfe zu leisten.

Da die Not in den Abruzzen groß und die örtlichen Rettungskräfte komplett überfordert waren, startete am nächsten Tag ein weiterer Hilfszug mit insgesamt 21 Männern.  Zehn Männer der Bergrettung Süd- und Osttirol und des italienischen PendantsCorpo nazionale soccorso alpino e speleologico (CNSAS) folgten am 21. Januar, um bei der Vermisstensuche beim von einer Lawinen verschütteten Hotel Rigopiano am Fuße des Gran Sasso zu helfen.

In 18 Ortschaften im Einsatz

Seit dem Beginn des Einsatzes waren - Schichtwechsel mitgerechnet - insgesamt 66 Helfer aus Südtirol, in 18 verschiedenen Ortschaften und mit über 40 Maschinen in den Provinzen Ascoli Piceno und Pescara im Einsatz. Vertreten waren die Bereiche Berufsfeuerwehr und Wildbachverbauung der Agentur für Bevölkerungsschutz, der Straßendienst des Landes, die Bergrettung Süd- und Osttirol sowie die Freiwilligen Feuerwehren aus den Bezirken Bozen und Brixen.

Den Dank des Präsidenten der Provinz Ascoli, Piceno Paolo D'Erasmo (Mitte), nahmen stellvertretend für alle Einsatzkräfte Berufsfeuerwehr-Offizier Marco Baldasso (links) und Offizier Martin Gasser (rechts) entgegen. - Foto: LPA 

Anfangs waren die Arbeitsbedingungen sehr schwierig: Es galt, Gebirgsstraßen und Zufahrtswege zu entlegenen Ortschaften von mehreren Meter hohen Schneemassen zu befreien. Vor allem die Männer des Straßendienstes arbeiteten in den ersten Tagen rund um die Uhr, um wichtige Verbindungswege zumindest einspurig befahrbar zu machen.

Maschinen legen rund 450 Kilometer zurück

Insgesamt haben die Schneeräumgeräte an die 450 Kilometer zurückgelegt bzw. gefräst, um Straßen und Wege wieder zweispurig befahrbar zu machen. Bewährt hat sich vor allem das Mitführen der fünf mobilen Tankstellen sowie einer mobilen Werkstatt.

Auch viele Südtiroler Privatpersonen haben sich in den vergangenen Tagen bei der Agentur für Bevölkerungsschutz gemeldet, um Hilfe zu leisten oder um Schneeräumgeräte, Elektrogeräte für die Erdbebenopfer oder andere Sachspenden zur Verfügung zu stellen.

Mit dem heutigen Donnerstag wird der Katastropheneinsatz aus Südtirol in Absprache mit der örtlichen Einsatzleitung beendet. Paolo D'Erasmo, Präsident der Provinz Ascoli Piceno, bedankte sich bei den Einsatzoffizieren der Berufsfeuerwehr für die effiziente Hilfe aus Südtirol in dieser schwierigen Situation, in der Landesdienste und Freiwilligenorganisationen sehr gut zusammengearbeitet haben. Die Schneeräumarbeiten vor Ort werden nun von privaten Unternehmen übernommen.

stol/lpa

stol