Freitag, 29. Juni 2018

Südtiroler fühlen sich fit und gesund

Wie geht es den Südtirolern gesundheitlich und wie steht das Gesundheitssystem im Vergleich zu vor zehn Jahren da? Am Freitag sind die Zahlen und Fakten zum Landesgesundheitsbericht vorgestellt worden.

Die Südtiroler leben vergleichsweise gesund, aufgrund des demographischen Wandels wird die Zahl der Menschen mit einer chronischen Krankheit aber weiter steigen.
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Die Südtiroler leben vergleichsweise gesund, aufgrund des demographischen Wandels wird die Zahl der Menschen mit einer chronischen Krankheit aber weiter steigen. - Foto: © shutterstock

Südtiroler sind zufriedener mit Gesundheit als der italienische Durchschnitt

„84 Prozent der Südtiroler fühlen sich gesund oder sogar sehr gesund. Damit sind sie mit ihrer Gesundheit deutlich zufriedener als der italienische Durchschnitt“, erklärte Gesundheitslandesrätin Martha Stocker. Auch die Lebenserwartung sei in den vergangenen Jahren weiter gestiegen, sie liegt jetzt bei 86,1 Jahren für Frauen und 81,3 Jahren für Männer. „Das liegt auch daran, dass die Vorsorgemaßnahmen Wirkung zeigen. Die Zahl der Raucher ist zurückgegangen, die Südtiroler essen mehr Obst und Gemüse, und auch die Übergewichtsrate geht zurück. Es hilft dabei auch sehr, dass sich die Menschen gern bewegen, 58 Prozent betreiben regelmäßig Sport“, sagte sie.

Alternde Gesellschaft

Die steigende Lebenserwartung führt natürlich auch dazu, dass die Gesellschaft weiter altern wird und die Zahl der Senioren ansteigt. Heute sind 19 Prozent der Südtiroler über 65 Jahre alt, 2045 werden es 30 Prozent sein. "Die Zunahme der Zahl der Senioren führt auch zu einem Anstieg chronischer Erkrankungen", sagte Stocker. Wie fast überall auf der Welt zählen Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und chronische Atemwegserkrankungen auch in Südtirol heute schon zu den häufigsten Todesursachen. So litten im Jahr 2017 rund 155.000 Südtiroler - das sind 29,3 Prozent - an mindestens einer chronischen Krankheit. 22.300 von ihnen sind Diabetiker, 17.000 leiden an einer Lungenerkrankung, rund 31.000 an einem Tumor. Darüber hinaus sind etwa 5.300 an Parkinson oder Demenz erkrankt.

Hohe Qualität der medizinischen Leistung

Die Direktorin der Beobachtungsstelle für Gesundheit, Carla Melani, ging auf Angemessenheit und Qualität der medizinischen Leistungen ein und erklärte, dass sich in den vergangenen Jahren immer mehr die Notwendigkeit von geeigneten chirurgischen und medizinischen Betreuungspfaden herauskristallisiert habe. "Vor allem im Bereich der Chirurgie kann auch man sehen, dass viele Eingriffe dank der Entwicklungen in der Medizin vermehrt im Rahmen der Tagesklinik-Aufenthalte oder ambulant durchgeführt werden", erläuterte sie die Zahlen. Auch Herzinsuffizienzen oder die Behandlung einer Lungenerkrankung würden vermehrt von der wohnortnahen Versorgung übernommen. Als einen Bereich, der ausgezeichnete Werte aufweist, griff die Direktorin der Beobachtungsstelle für Gesundheit den onkologischen Betreuungspfad heraus, bei dem verschiedene Spezialisten einen Krebspatienten gemeinsam behandeln.

Über 8 Millionen fachärztliche Leistungen

Insgesamt wurden im Jahr 2017 mehr als 8,4 Millionen fachärztliche Leistungen erbracht. In die Notaufnahmen gab es 256.018 Zugänge, das sind 701 pro Tag. „Südtirol liegt mit dieser Quote weit über dem italienischen Durchschnitt. Das zeigt nicht nur, dass die Arbeitsbelastung in der Notaufnahme hoch ist, sondern auch, dass wir in den kommenden Jahren weiter in die wohnortnahe Versorgung investieren müssen, um den Menschen ein Angebot auf ihre medizinischen Versorgungsnotwendigkeiten zu bieten“, sagte sie.

„Investitionen müssen weitergehen“

„Die Investitionen in den gesamten Gesundheits- und Pflegebereich müssen weitergehen, es werden allein aufgrund der alternden Gesellschaft auch weiterhin mehr Mittel in diese Bereiche fließen müssen und es gilt, insbesondere in die Ausbildung des medizinischen Personals zu investieren. Die Entwicklungen in der Medizin sind konsequent für die Verbesserung der Performance zu nutzen, zentral wird die Vernetzung aller Dienste in einem untereinander abgestimmten System von der Grundversorgung bis zur Exzellenz sein“, pflichtete Landesrätin Stocker ihr bei. 

lpa/stol

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