Donnerstag, 12. Januar 2017

Südtiroler in Thai-Haft: Reue hinter Gittern - VIDEO

Tobias Gamper (20) und Ian Gerstgrasser (18) kommen mit einem blauen Auge davon: Für die Schändung der thailändischen Flagge bezahlen die Naturnser mit Ausweisung und Geldstrafe. Noch sitzen die beiden allerdings in einer thailändischen Haftanstalt. „La Repubblica“ hat sie dort aufgesucht.

Gerstgrasser und Gamper: "Wir entschuldigen uns bei allen Thailändern und Italienern."
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Gerstgrasser und Gamper: "Wir entschuldigen uns bei allen Thailändern und Italienern."

Seit Sonntag sitzen Gerstgrasser und Gamper in Thailand in Haft. Am frühen Samstagmorgen hatten die Naturnser – in betrunkenem Zustand, wie die beiden immer wieder betonten – einige Flaggen in Krabi, einer Stadt im Südwesten Thailands, zu Boden gerissen und waren dabei von Überwachungskameras gefilmt worden. Wenige Stunden später klickten die Handschellen.

Die Schändung der Flagge wird in Thailand hart bestraft, auf das Delikt stehen bis zu 2 Jahre Haft sowie eine Geldstrafe. Die Südtiroler, die die Tat zugaben und sich in einem Video dafür entschuldigten – „Wir waren sehr, sehr betrunken“, „Wir kommen aus einem anderen Land, dort ist die Flagge nicht so wichtig“ –, wurden am Dienstag von einem Gericht für ihre Tat verurteilt.

Doch: Die zwei kamen einigermaßen glimpflich davon. Sie müssen eine Geldstrafe zahlen, doch nicht ins Gefängnis. Stattdessen werden Gerstgrasser und Gamper ausgewiesen, die Einreise nach Thailand wird ihnen künftig verwehrt (Wie es zu dieser Strafe kam, lesen Sie hier – in einem ausführlichen Gespräch mit Lamberto Moruzzi, dem stellvertretenden Botschafter Italiens in Thailand).

Bis zur Ausweisung der beiden Südtiroler werden allerdings noch einige Tage ins Land ziehen. Aktuell befinden sich Gamper und Gerstgrasser in einer provisorischen Zelle in der Polizeistation von Krabi, einer Stadt im Südwesten Thailands, rund 800 Kilometer von Bangkok entfernt. Die römische Tageszeitung „La Repubblica“ hat die beiden dort besucht – und zwei verängstigte Männer angetroffen.

„Eine kleine Rache“

In dem Gespräch mit Journalist Raimondo Bultrini versucht Gamper zu erklären, wie es zur Tat kam. Eigentlich wollte man nur bis zu 5 Tage in Krabi bleiben, sagt er, dann zu den Inseln Ko Pha-ngan und Koh Samui weiterziehen.

Die Nacht auf Samstag endete feucht-fröhlich, am Ende wurden die beiden Südtiroler, den eigenen Angaben zufolge, aus einer Bar geworfen. Das habe man als ungerecht empfunden. Auf dem Weg zur Unterkunft habe man dann die Flaggen gesehen. „Es schien wie ein Hotel. Es war spät und es war niemand da. Da habe ich eine abgehängt, ohne wirklich darüber nachzudenken, als kleine Rache.“

Ian machte es ihm nach. Schon wenig später wurden die Südtiroler angehalten und auf die Videoaufnahmen hingewiesen. „Wir haben zugegeben, dass wir das waren, da haben sie sich aufregt. Aber dann ließen sie uns gehen. So dachten wir, das sei alles."

„Wir entschuldigen uns, wir bereuen die Tat“

Eine falsche Annahme, wie sich zeigte: Am Sonntag wurden die beiden Südtiroler in ihrer Unterkunft verhaftet. Seitdem sitzen Gamper und Gerstgrasser in der Zelle. „Wir haben Hunger und Durst, aber das geschieht uns recht. Wir wollen nur noch nach Hause. Wir entschuldigen uns, wir bereuen die Tat. Saufen führt zu Dummheiten“, wird Gamper in dem Artikel zitiert.

Im Video: "Wir entschuldigen uns bei allen Thailändern und Italienern"

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In den kommenden Tagen werden die Naturnser Informationen von „Repubblica“ zufolge der Einwanderungspolizei übergeben und nach Bangkok gebracht. In der Hauptstadt soll dann ihre Ausweisung organisiert werden.

stol

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