Der 41-jährige Obst- und Weinbauer vom Rieglerhof in Bozen ist seit vielen Jahren passionierter Kletterer. Die Berge, insbesondere herausfordernde Erstrouten, sind seine Leidenschaft. Zuletzt hat es Riegler eine Wand am „Parete dos Casina“ nahe des Klettergartens bei Nago, etwas oberhalb von Torbole, angetan. „Dabei handelt es sich um einen für dieses Gebiet typischen Kalkfelsen, mit wunderbarem Blick auf den Gardasee“, erzählt er. <BR /><BR />Bereits vor rund 7 Jahren träumte er davon, den Felsen zu erklimmen. „Schon oft ist meinem Bruder und mir diese schöne Wand im Schatten gegenüber des Klettergartens aufgefallen. Doch erst im Frühjahr 2017 standen wir zum ersten Mal unter diesem Felsriegel und waren begeistert: Wir waren erstaunt, dass es an diesem tollen Felsen fast keine Routen gab.“ Gemeinsam mit seinem Bruder Martin eröffnete er mit Bohrhaken eine neue Linie durch den mittleren rechten Wandabschnitt.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="902471_image" /></div> <BR /><BR />Die Kletterroute wurde von den beiden schließlich „Stile di Vita“ getauft. „Passend zum Gardasee und eine Hommage an das italienische Lebensgefühl“, so Florian Riegler. Da jedoch insbesondere die zweite von 4 Seillängen zu schwierig war, musste Riegler damals aufgeben. Ein Schwierigkeitsgrad von 8c habe es schließlich in sich. Zudem musste die Route als „Ground Up“, sprich alles in einer Tour, bewältigt werden. <BR /><BR />Doch aufgeschoben war nicht aufgehoben: Mit Daniel Springeth, dem Trainer des AVS-Landeskaders der Sportkletterer, bereitete sich Riegler über 2 Jahre intensiv auf die Erstbegehung vor. Am 7. April dieses Jahres versuchte er es schließlich erneut, der Salzburger Profikletterer Mich Kemeter sicherte und unterstützte den Südtiroler. <BR /><BR /><embed id="dtext86-59815796_quote" /><BR /><BR />„Nachdem ich die schwierigste Seillänge, die zweite, im zweiten Versuch geschafft hatte, war es die dritte, vor der ich mich noch etwas fürchtete“, erzählt Riegler. Bei der dritten Seillänge stürzte er gleich 3 Mal. „Ich war müde und hungrig. Mir war kalt. Es war eine große Herausforderung“, erzählt er. Riegler blieb am zweiten Standplatz hängen, wurde mit Essen, Trinken und Daunenhosen versorgt. Rund eine Stunde Pause war nötig.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="902474_image" /></div> <BR /><BR />„Es war bereits 19 Uhr, es war ein langer Tag, ich wollte mich an einen letzten Versuch wagen“, erinnert sich Riegler. Unter lautstarker Unterstützung von Kemeter und weiterer Begleitung gelang es schließlich. „Man kann schon sagen, dass damit ein Traum für mich in Erfüllung ging, insbesondere weil ich so hart dafür trainiert habe“, freut sich Riegler.