Freitag, 30. April 2021

Südtiroler „Phishing“-Opfer erzählt: Auch erfahrene Käufer tappen in die Falle

Nicht nur beim Kaufen im Internet muss man Vorsicht walten lassen: Jetzt kann es auch Verkäufern passieren, online draufzuzahlen. Eine Südtirolerin wurde kürzlich Opfer eines Phishing-Betrugs – und das, obwohl sie sich der Gefahren im Netz durchaus bewusst ist.

Auch Verkäufer müssen sich beim Online-Handel vorsehen.
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Auch Verkäufer müssen sich beim Online-Handel vorsehen. - Foto: © shutterstock
Der Vorfall ereignete sich auf einem italienischen Kauf- und Verkauf-Portal, das auch von vielen Südtirolern verwendet wird.

Eine Südtirolerin, schon seit Jahren Kundin und Verkäuferin auf ebendieser Plattform, wollte eine Kaffeemaschine verkaufen – und fand auch prompt einen Interessenten.

Sowohl Link als auch Webseite wirkten authentisch

Im Whatsapp-Gespräch bat der Käufer, eine neue Zahlungsmethode der Plattform zu verwenden: Dabei gibt der Verkäufer seine Kreditkarten-Details an und erhält so den Betrag auf seine Karte, ohne Online-Banking oder Bankeinzug.

Skeptisch geworden, lehnte die Südtirolerin zunächst ab: Eine Überweisung wäre ihr lieber, Kreditkarte habe sie keine. Da antwortete der mutmaßliche Käufer aus Rom, er sei körperlich beeinträchtigt und könne nicht zur Bank gehen, auch Online Banking habe er nicht.

Eine Recherche auf der Homepage der Plattform ergab, dass es den Zahlungsdienst tatsächlich gibt.

Auch der über Whatsapp geschickte Link sah authentisch aus und führte augenscheinlich auch auf eine Seite der Plattform, auf der das von der Verkäuferin angebotene Produkt gezeigt wurde.

Geld in wenigen Sekunden behoben

Weiterhin vorsichtig, beschloss die Südtirolerin, eine aufladbare Debit-Karte anzugeben, um im Fall eines Betrugs den Schaden zu minimieren.

Und tatsächlich: Schon wenige Sekunden nach der Eingabe der Karten-Daten erhielt sie 2 Nachrichten ihrer Bank, dass das auf die Karte geladene Geld – etwas mehr als 60 Euro – in 2 Schritten behoben wurde.

Sofort deaktivierte die Südtirolerin die Karte und meldete den Betrug der Bank. Der Whatsapp-Kontakt zum angeblichen Käufer hingegen war plötzlich verschwunden: Kein Profilfoto wurde angezeigt, die Nummer nicht existent. Auch der geschickte Link war plötzlich nicht mehr aktiv.

Verkaufsportal warnt davor, Gespräche und Zahlungen abseits der Plattform zu abzuwickeln

Obwohl die Südtirolerin also sämtliche Vorsicht walten ließ, kann es auch aufgeklärten Online-Shoppern passieren, in eine Falle zu tappen.

Das Verkaufsportal selbst warnt auf seiner Seite davor, Kaufs- und Verkaufsgespräche abseits der Plattform zu führen, etwa auf Whatsapp oder per Mail. Nur innerhalb der Plattform sei die Sicherheit gewährleistet.



Betrugsfälle der Post- und Kommunikationspolizei melden

Die Post- und Kommunikationspolizei an der Quästur Bozen warnt immer wieder vor Fallen im Netz und davor, persönliche Daten anzugeben oder intime Fotos und Videos zu verschicken.

Wer Opfer eines Betrugs im Internet wurde, kann sich an die Postpolizei wenden.

liz