Samstag, 07. März 2020

Südtiroler Sanitätsbetrieb: „Empfohlene Verhaltensregeln ernst nehmen“

Die empfohlenen Verhaltensregeln zur Verminderung der Ausbreitung des Coronavirus sollen ernst genommen werden: Diesen Appell richtet der Südtiroler Sanitätsbetrieb am Samstag an die Bevölkerung. Indes wurden in Südtirol bereits mehr als 200 Coronavirus-Tests durchgeführt.

Gründliches und häufiges Händewaschen kann helfen, den Coronavirus einzudämmen.
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Gründliches und häufiges Händewaschen kann helfen, den Coronavirus einzudämmen. - Foto: © dpa-tmn / Christin Klose
Derzeit führt der Südtiroler Sanitätsbetrieb intensiv die Umfeldkontrollen und Tests zur Prävention und Vermeidung von Coronavirus-Infektionen durch.

Das bedeutet, dass jene Personen, die in den vergangenen Tagen engen oder auch nur hypothetisch engen Kontakt zu einem der Erkrankten hatten, aktiv von den Hygienediensten kontaktiert werden.

Die Verdachtsfälle werden in häusliche Isolation gesetzt und 2 Mal am Tag von den Hygienediensten angerufen, um festzustellen, ob Symptome einer Infektion aufgetreten sind. Waren auch nur leichte Anzeichen einer Erkrankung gegeben, wurde stets ein Test durchgeführt.

203 Personen in häuslicher Isolation

Mit Stand am Samstag um 15 Uhr sind über 203 Personen in häusliche Isolation versetzt und 173 Tests durchgeführt worden.

Davon allein am gestrigen Freitag 36 Tests, für Samstag sind zusätzlich 43 am Laufen.

Bis zum ersten positiven Testergebnis am 24. Februar wurden 15 Tests durchgeführt; die Anzahl ist in der Folge stark gestiegen: vom 24. bis zum 29. Februar 52 Tests; vom 1. bis zum 5. März 70 Tests.

Mit verantwortungsbewusstem Verhalten Ausbreitung eindämmen

Der Südtiroler Sanitätsbetrieb ruft dazu auf, die empfohlenen Verhaltensregeln ernst zu nehmen. Mit der verantwortungsbewussten Unterstützung durch die Bevölkerung bestehe eine gute Chance, die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen.

Das Südtiroler Gesundheitssystem bereitet sich organisatorisch auf eine weitere Ausbreitung von Covid-19 vor. Sichtbares Zeichen dafür sind die am Freitag und Samstag vor den Krankenhäusern von Bozen und Brixen aufgestellten Pre-Triage-Zelte.

Dadurch werde die Sicherheit in den Krankenhäusern erhöht, wie Notfallmedizin-Primar Marc Kaufmann unterstreicht: „Die Zelte sind Teil unserer organisatorischen Vorbereitungen, zu denen auch der Aufschub von verschiebbaren Operationen gehört, um Kapazitäten freizuhalten, sollten wir sie brauchen.“

Bevölkerung muss Ruhe bewahren und Verhaltensregeln erst nehmen

„Wir treffen aktuell Vorsichtsmaßnahmen und sind für alle Eventualitäten gerüstet“, betont der Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes Florian Zerzer. Die Bevölkerung könne ihren Teil beitragen, indem sie Ruhe bewahrt, die empfohlenen Verhaltensregeln ernst nimmt und verantwortungsbewusst handelt.



Mehr Hygienebewusstsein im öffentlichen und privaten Raum
Grundsätzlich gelten dieselben Verhaltensregeln wie auch bei einer gewöhnlichen Influenza.

Gründliches Händewaschen, kein Händeschütteln oder Umarmen

Das Wichtigste ist die Hygiene: Das Coronavirus erfordert mehr Hygienebewusstsein in der Bevölkerung, sowohl im öffentlichen als auch im persönlichen Raum. Dazu gehört häufiges gründliches Händewaschen mit Seife oder Gel auf Alkoholbasis.

Von Händeschütteln oder Umarmungen beim Begrüßen sollte derzeit abgesehen werden.

Husten oder Niesen sollte in die Armbeuge oder in ein sauberes Einwegtaschentuch erfolgen. Zudem soll vermieden werden, das Gesicht mit den Händen zu berühren, da die Erreger über die Schleimhäute von Mund, Nase und Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen können.

Menschen sollten in dieser Zeit darauf achten, untereinander einen Abstand von einem Meter einhalten. Zudem gilt es, Menschenansammlungen grundsätzlich zu vermeiden, etwa auch in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Einkaufszentren.

Abgesehen von der Ansteckungsgefahr, wenn jemand hustet oder niest, kann der Erreger auch beim Ausatmen durch Tröpfcheninfektion übertragen werden.

Alle Artikel sowie die interaktive Weltkarte mit allen aktuellen Zahlen in Sachen Coronavirus finden Sie hier.

lpa

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