Donnerstag, 10. September 2015

Südtiroler Schützen feiern „Diada" in Barcelona

Am Freitag begehen die Katalanen ihren Nationalfeiertag „Diada". Es ist der Gedenktag an den 11. September 1714, als Katalonien im spanischen Erbfolgekrieg mit der Kapitulation der Stadt Barcelona seine staatliche Unabhängigkeit verlor. Auch Südtirols Schützen sind mittendrin.

Heißer Herbst: eine Delegation des Südtiroler Schützenbundes in Barcelona. - Foto: www.schuetzen.com
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Heißer Herbst: eine Delegation des Südtiroler Schützenbundes in Barcelona. - Foto: www.schuetzen.com

So wie bereits in den vergangenen Jahren wird auch heuer die "Diada" eine einzige große Kundgebung für die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien, schreibt der Südtiroler Schützenbund. Die Veranstalter rechnen mit rund zwei Millionen Teilnehmern.

Mit dabei sind neben den Südtirolern auch Schotten, Basken, Flamen, Veneter, Sarden und viele andere Völker und Regionen, die nach mehr Freiheit und Unabhängigkeit streben. Lukas Varesco, Martin Feichter, Andreas Kostner, Paul Decarli, Nadia Klotz und Andreas Maier vertreten die Südtiroler Schützen. 

Ein erstes Stimmungsbarometer vor den Wahlen

Die Diada sei ein erstes Stimmungsbarometer vor den Wahlen, heißt es.

In Katalonien rüsten sich die Parteien nämlich für die anstehenden, vorgezogenen Regionalwahlen am 27. September. Der September wird laut dem katalanischen Regierungschef Artùr Mas in die Geschichte eingehen. Die Befürworter formieren sich und treten mit dem Versprechen einer Abspaltung an. Die CDC (Demokratische Konvergenz), die Linksrepublikanern (ERC) und weitere separatistischen Organisationen bilden die geschlossene Einheitsliste „Junts pel Sí“ (Gemeinsam für das Ja). 

International bekanntester Name unter den Kandidaten ist wohl Pep Guardiola, Trainer des FC Bayern München, der symbolisch auf dem letzten Platz der Liste antritt.

"Es wird Wahlen zum Regionalparlament geben, aber keine plebiszitären Wahlen", sagt hingegen Mariano Rajoy (Partido Popular (PP). Die konservative spanische Zentralregierung lehnt auch weiterhin jede Abspaltung ab.

Ergebnis der Volksbefragung im Rücken

Aufgeheizt ist die Stimmung besonders seit der inoffiziellen Volksbefragung, genannt Bürgerbeteiligungsprozess, am 9. November vergangenen Jahres. Nach 300 Jahren machte die katalanische Regierung unter Artùr Mas ernst und bot der spanischen Zentralregierung die Stirn. Trotz Interventionen und Drohungen aus Madrid stand das katalanische Parlament mit breiter Mehrheit hinter dem Plan, das Volk entscheiden zu lassen, ob es in Zukunft mit oder ohne Spanien weitergeht.

Ungehindert des gerichtlichen Verbots gaben schlussendlich über 2,25 Millionen Menschen ihre Stimme ab und 1,8 Millionen (ca. 80%) stimmten für die Unabhängigkeit.

stol

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