Dienstag, 09. April 2019

Südtiroler sind „Beeinträchtigte“ im „Vaccaland“

Südtirol ist für Dr. Costantino Gallo „Vaccaland“, dessen Bewohner „genetisch beeinträchtigt (compromessi)“, „Senner“, „Ochsentreiber“. Und das Tüpfelchen auf dem I: Der 5-Sterne-Mann ist kein Geringerer als offizieller Berater des römischen Gesundheitsministeriums für Südtirol. Für Gesundheitslandesrat Thomas Widmann handelt es sich hier um „gehässiges Gedankengut, das sich von selbst kommentiert“.

Auf Twitter beleidigte Gallo Südtirol als „Vaccaland“.
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Auf Twitter beleidigte Gallo Südtirol als „Vaccaland“. - Foto: © shutterstock

Dr. Costantino Gallo (55) ist in Südtirol beileibe kein Unbekannter – zumindest nicht fürs Schulamt, die Landesverwaltung und den Sanitätsbetrieb. Er ist Aktivist der 5-Sterne-Bewegung, Arzt und als solcher in leitender Funktion für den Sanitätsbetrieb der Uniklinik Padua tätig und Ex-Mann einer deutschsprachigen Südtiroler Ärztin. Er hat sich u.a. mit dem Schulamt gerichtlich angelegt, damit sein Kind von der deutschen Schule in eine italienische wechselt. Und er hat sich erfolglos um den Posten des Sanitätsdirektors im Südtiroler Sanitätsbetrieb beworben.

Insgesamt ist er – gelinde gesagt – auf Südtirol nicht gut zu sprechen. Das lässt sich anhand seiner Beiträge auf dem Kurznachrichten-Portal „Twitter“ nachlesen. Und dabei lässt er sich nicht nur zu Kommentaren zum Südtiroler Gesundheitswesen hinreißen. Auf Twitter kriegt Südtirol rundum sein Fett ab.

Ein paar Gustostückerln: Als die üppigen Schneefälle auf der Brennerautobahn Anfang Februar zu einer Verkehrsblockade geführt hatten, schrieb Dr. Gallo: „Es brauchte nur ein bisschen Schnee (una pisciata di neve), um eine Katastrophe auszulösen, die sind unfähig zur Führung von Vaccaland.“ Danilo Toninelli solle „diesen Unbefugten (abusivi) die Autobahn-Konzession nehmen, sonst lassen sie sie noch in die Luft fliegen“. Noch heftiger wird Dr. Gallo nach dem Beschluss zu den Wegweisern auf den Wanderwegen und der Anwendung des Fitto-Durnwalder-Abkommens bei den Flurnamen. „Da muss ich sagen: Wenn dir österreichische Schilder gefallen, dann geh’ dorthin leben. Willst du kapieren, dass du in Italien bist oder nicht?“.

Und dann noch Ende März: „Mir kommt vor, dass ,Vaccaland‘ seit 1971 mit dem Wohlwollen des Staates wie ein feudales System regiert wurde. Aber jetzt glücklicherweise mit der Regierung Conte haben sich die Dinge geändert und das Fallbeil der Justiz wird sie enthaupten.“

Die letzte Geschmacklosigkeit am Wochenende im Zuge eines Twitter-Schlagabtausches mit dem Meinungsblog „Brennerbasisdemokratie“. Das Ende eines Disputs zu den grundlegenden Betreuungsstandards (LEA) gipfelt im Dr. Gallo-Tweet: „Machen sie sich vom Acker und hören sie auf mit diesem Affentheater – (und dann zu einem Gesinnungsgenossen) die sind genetisch beeinträchtigt“.

Für Landesrat Widmann „kommentiert sich das Verhalten und der Sprachjargon eines offiziellen und höchstrangigen Beraters des Gesundheitsministeriums und der Regierung von selbst; einfach inakzeptabel“.

stol