Dienstag, 03. September 2019

„Südtiroler sind Verbündete im Kampf gegen Kriminalität“

Nach 3 Jahren als Leiter des Einsatzkommandos der Carabinieri hat sich Oberstleutnant Enrico Pigozzo am Dienstag verabschiedet. Er wird künftig in Rom eine wichtige Funktion im Generalkommando der Carabinieri übernehmen, wo er sich mit der Ausbildung und dem Aufbau der Sicherheitskräfte in ehemaligen Kriegsschauplätzen befassen wird.

Oberstleutnant Enrico Pigozzo tritt Mitte September seinen neuen Posten in Rom an. - Foto: Matteo Groppo
Badge Local
Oberstleutnant Enrico Pigozzo tritt Mitte September seinen neuen Posten in Rom an. - Foto: Matteo Groppo

„In den vergangenen 3 Jahren habe ich ein Südtirol kennengelernt, das viel tiefer geht als das Tourismusland, das normalerweise vermarktet wird“, erklärte Oberstleutnant Enrico Pigozzo bei seinem Abschied am Dienstag.

Besonders die starke Bindung der Südtiroler zu ihrem Land habe er zu schätzen gelernt: „Diese Bindung macht die Südtiroler zu Wächtern der öffentlichen Sicherheit in ihrem Land und gleichzeitig zu starken Verbündeten in unserem Kampf gegen Kriminalität“, so Pigozzo.

In seinen Jahren in Bozen legte Pigozzo auch großen Wert auf Besuche in den Schulen: „Man denkt vielleicht: Warum hält er in Schulen Reden, anstatt auf der Straße Verbrecher zu jagen. Aber man darf die Präventionsarbeit bei jungen Menschen nicht unterschätzen! Die Schüler kamen auf uns zu, begrüßten uns. Sie lernten den Menschen hinter der Uniform kennen, anstatt sich in Vorurteilen gegen die Carabinieri zu verlieren.“

Als schwierigsten, aber auch schönsten Fall in seiner Zeit in Südtirol bezeichnete der Familienvater jenen der beiden Kinder, die von ihrem Vater nach Tunesien verschleppt worden waren und auch durch die Hilfe der Carabinieri wieder der Mutter in Bozen zurückgebracht werden konnten.

„Drogendelikte, Schlägereien, Diebstähle, das sind Routinearbeiten, die wir jeden Tag machen. Aber als ich nach diesem Fall die Dankbarkeit in den Augen der Beteiligten sah, war ich ungemein stolz auf meine Arbeit und wurde erneut erinnert, warum ich mich damals überhaupt für die Arbeit als Carabiniere entschieden hatte“, so Pigozzo.

Am Donnerstag ist sein letzter Arbeitstag in Bozen, schon Mitte September tritt Enrico Pigozzo seine Stelle in Rom an. Wer sein Nachfolger in Bozen wird, steht noch nicht fest.

stol/liz

stol