Probleme mit Großraubtieren im Alpenraum Bis vor einigen Jahren waren Wölfe, Bären und weitere Großraubtiere aus dem Alpenraum verschwunden, wurden jedoch in den letzten Jahren wieder im Alpenraum angesiedelt. Was für nicht bewohnte Gebiete durchaus sinnvoll sein kann, werde im bewohnten und bewirtschafteten Berggebiet aber zum Problem, hieß es auf dem gemeinsamen Treffen. „Die Meldungen über gerissene Schafe und Ziegen werden von Jahr zu Jahr mehr. Mittlerweile ist es so, dass viele Almbesitzer auf eine Alpung der Tiere verzichten. Damit wird die Alpung, die nicht nur für die Tiere wichtig ist, sondern auch für die Pflege und den Erhalt der Almen selbst, gefährdet“, warnte Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler. Runder Tisch gefordertDaher schlage der Landesbauernrat einen „Runden Tisch“ zu den alpinen Großraubtieren in Südtirol vor, erklärte der Obmann.„Zusammen mit anderen Interessensgruppen wie Tier- und Naturschützern, der Forstverwaltung, den Vertretern des Tourismus und anderen wollen wir das Problem besprechen und Lösungen finden“, so Tiefenthaler. „Eine Möglichkeit könnte sein, die Tiere in nicht bewohnte Gebiete auszusiedeln. Bisher sind die Großraubtiere nur auf Schafe, Ziegen und Bienenvölker losgegangen. Wer sagt, dass in Zukunft nicht auch Menschen Ziel einer Attacke sein könnten“, warnte der Landesbauernrat. Was er aber auf keinen Fall wolle, sei eine Tötung von Tieren. Es müsse andere Lösungen geben. Einen zweiten Fall „Bruno“ dürfe es nicht geben, stellte Tiefenthaler klar. Probleme gebe es mit Wölfen und Bären aber nicht nur in Südtirol, sondern auch in Tirol, Bayern und in Teilen der Schweiz. Daher hätten Tiroler und Südtiroler Bauernbund eine engere, grenzüberschreitende Zusammenarbeit vereinbart. Zusammenarbeit auch bei EU-Agrarpolitik Tirol und Südtirol würden auch weiterhin eng in den Verhandlungen über die zukünftige Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik zusammenarbeiten. „Das bisher Erreichte kann sich sehen lassen. Ich bin zuversichtlich, was die zukünftige Aufteilung der EU-Geldmittel für die Berggebiete anbelangt. Weniger optimistisch sehe sich das EU-Agrarbudget nach 2013, das gekürzt werden könnte. Das müssen wir verhindern, wollen wir im Berggebiet auch weiterhin eine flächendeckende Landwirtschaft“, erklärte der Tiroler Bauernbund-Obmann und Landeshauptmann-Stellvertreter Toni Steixner.