Sowohl für den Südtiroler als auch für den Oligarchen hatte das Geschäft ein unangenehmes Nachspiel. <BR /><BR /><BR />In der Liste der reichsten Männer der Welt führte das „Forbes Magazine“ Alexei Mordaschow im Jahr 2021 auf Platz 51. Sein Vermögen wurde auf über 20 Milliarden Dollar geschätzt. <BR /><BR />Im Zusammenhang mit dem Übergriff Russlands auf die Ukraine bekam allerdings auch er in den vergangenen Tagen Sanktionen zu spüren: Am 4. März stellte die Finanzwache Mordaschows 65 Millionen Euro teure Jacht „Lady M“ im Hafen von Imperia sicher. Dasselbe könnte durchaus auch mit einer Villa auf Sardinien passieren, die er im Jahr 2017 einem Südtiroler für etwas mehr als 14 Millionen Euro abgekauft hatte.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="744929_image" /></div> <BR />Kurz vor dieser Transaktion hatte ein Sturm etliche Bäume an der Grenze des Grundstücks des Südtiroler Unternehmers in der Nähe von Olbia entwurzelt, sie waren teilweise auf das anliegende Anwesen gefallen. Der Besitzer, der – wie sich herausstellen sollte – Alexei Mordaschow war, soll sich darüber beschwert haben. Als der Südtiroler, der sich bereits mit dem Vorhaben trug, seinen Besitz zu veräußern, erfuhr, wer sein prominenter Nachbar war, beschloss er, ihn aufzusuchen und ihm die Villa zum Verkauf anzubieten. <BR /><BR />Doch Sicherheit war im Haus des Oligarchen groß geschrieben: Der Südtiroler konnte nicht einmal in seine Nähe vordringen. Schwer bewaffnete Security empfing ihn an der Tür. So blieb dem Südtiroler nichts anderes übrig, als die Sicherheitsleute zu ersuchen, ihrem Chef das Angebot zu übermitteln, und wieder zu gehen. Eine Zeitlang hörte der Südtiroler nichts von seinem Nachbarn, doch wenige Tage, bevor er nach Südtirol abreisen wollte, klopfte es plötzlich an seiner Haustüre, und Mordaschow persönlich stand vor ihm. <h3> Umbau hat gerichtliches Nachspiel</h3>Der Südtiroler bat ihn ins Haus und führte ihn, wie gewünscht, auf die Terrasse. Offenbar war der russische Gast sehr auf Privacy bedacht. Er schien sich nämlich besonders dafür zu interessieren, ob man von der Terrasse aus sein Anwesen einsehen konnte. Als er feststellte, dass dies möglich war, entschloss er sich zum Kauf, und die Transaktion wurde vollzogen. <BR /><BR />Für den Südtiroler allerdings sollte ein Umbau, den er noch vor dem Verkauf durchgeführt hatte, bald danach ein gerichtliches Nachspiel haben. Aufgrund von Berechnungen der Agentur der Einnahmen habe er – so lautete zumindest der Verdacht der Staatsanwaltschaft – rund 3 Mio. Euro zu wenig an Mehrwertsteuer entrichtet. <h3> Voller Freispruch</h3>Doch wie sich im Laufe der Beweisführung vor Gericht herausstellte, waren die Arbeiten nur an einem Nebengebäude und nicht an der Villa selbst durchgeführt worden. Somit war die abgeführte Mehrwertsteuersumme zum Zeitpunkt des Verkaufs richtig berechnet. Richter Walter Pelino sprach den Südtiroler voll frei. <BR /><BR />Ob sich Mordaschow allerdings in den nächsten Monaten an der Villa auf Sardinien erfreuen kann, ist fraglich. Die EU hatte den Oligarchen schon am 28. Februar auf die schwarze Liste gesetzt und sein gesamtes Vermögen einfrieren lassen.<BR />