Montag, 24. Oktober 2016

Südtiroler vertrauen italienischem Rechtssystem nicht

Fast 50.000 Südtiroler waren in ein Zivilverfahren verwickelt. 2 von 3 Südtirolern haben jedoch kein Vertrauen in das Rechtssystem Italiens. Dies geht aus einer ASTAT-Studie hervor.

Die Südtiroler vertrauen der Justiz in Italien nicht unbedingt. Foto: schutterstock
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Die Südtiroler vertrauen der Justiz in Italien nicht unbedingt. Foto: schutterstock

Anlässlich des Europäischen Tages der Ziviljustiz am Dienstag, 25. Oktober, hat das Landesinstitut für Statistik (ASTAT) Daten zu den Erfahrungen der Südtiroler Bevölkerung mit dem Gerichtswesen veröffentlicht. 

Sie spiegeln das Vertrauen der Südtiroler Bevölkerung in das Rechtssystem wider und zeichnen ein Bild der Erfahrungen, die Herr und Frau Südtiroler mit der Zivilgerichtsbarkeit gemacht haben.

Demnach waren 47.500 Südtiroler über 18 Jahren mindestens ein Mal im Laufe ihres Lebens entweder als Kläger oder Beklagter in ein Zivilverfahren verwickelt. Dabei spielen Trennungen und Scheidungen eine Hauptrolle.

Mehr als die Hälfte bewertet die Erfahrung mit der italienischen Zivilgerichtsbarkeit positiv. Allerdings gaben 2 von 3 Südtirolern an, dem Rechtssystem Italiens nicht zu vertrauen.

Nur 33 Prozent geben im Jahr 2015 an, dass sie dem italienischen Rechtssystem vertrauen. Dieser Wert ist leicht höher als jener, der 2014 auf gesamtstaatlicher Ebene erhoben wurde (29 Prozent).

Misstrauen verteilt sich über ganze Bevölkerung

Auf einer Skala von null bis zehn, wobei null „kein Vertrauen“ und zehn „großes Vertrauen“ bedeuten, beträgt das durchschnittliche Vertrauen der Südtiroler Bevölkerung in das italienische Rechtssystem 4,3.

Das Misstrauen in das Rechtssystem verteilt sich ziemlich gleichmäßig über die gesamte Südtiroler Bevölkerung.

Der Anteil der Personen, die dem italienischen Rechtssystem vertrauen, ist unter den Ausländern mit höher als unter den Inländern (50,9 Prozent zu 31,5 Prozent). 

Südtiroler wissen Bescheid

55,8 Prozent der Südtiroler, die in einem Zivilverfahren beteiligt waren, bewerten ihre Erfahrungen mit der Zivilgerichtsbarkeit positiv. 23,8 Prozent sind wenig zufrieden und 20,4 Prozent überhaupt nicht zufrieden.

Die Südtiroler Bevölkerung weiß relativ gut Bescheid über die alternativen Möglichkeiten der Schlichtung von Streitfällen wie Schiedsverfahren und Mediation.

Das Schiedsverfahren kennen 66,3 Prozent der volljährigen Bevölkerung und etwa gleich viele (63,2 Prozent) wissen, dass es die Möglichkeit der Mediation gibt.

stol

stol