Freitag, 17. Mai 2019

Südtiroler werden immer gesünder alt

In den vergangenen Jahrzehnten ist die Lebenserwartung stark gestiegen: Eine rückläufige Säuglingssterblichkeit, ein besserer und gesünderer Lebensstandard, sowie Bildung und Medizin haben dazu beigetragen.

In den vergangenen Jahrzehnten ist die Lebenserwartung stark gestiegen.
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In den vergangenen Jahrzehnten ist die Lebenserwartung stark gestiegen. - Foto: © shutterstock

Doch trotz all dieser positiven Veränderungen ist die Lebenserwartung in den vergangenen Jahren wieder etwas abgeschwächt.

In der Region Trentino-Südtirol betrug der Zuwachs der Lebenserwartung zwischen 1977 und 2017 13,2 Jahre bei den Männern und 9,8 Jahre bei den Frauen, wobei sich der jährliche Zuwachs allmählich abschwächt.

Geschlechtsunterschiede immer geringer

Die einst beträchtlichen geschlechtsspezifischen Unterschiede verringern sich langsam: Im Jahr 1977 betrug die Differenz noch 8,1 Jahre, im Jahr 2017 nur mehr 4,7 Jahre.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen Italiens sind beträchtlich: Die höchste Lebenserwartung weist die Provinz Trient auf, die niedrigste die Region Kampanien. Die regionalen Unterschiede betragen 2,7 Jahre bei den Männern und 3 Jahre bei den Frauen.

Im österreichischen Bundesland Tirol beträgt die Lebenserwartung 85 bei den Frauen und 80,9 bei den Männern und ist somit die niedrigste in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino.

Die Lebenserwartung spielt eine zentrale Rolle in Bezug auf das Rentensystem: Die italienweite Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren dient nämlich als Grundlage für die Anpassung des Mindestalters, welches für den Antritt der Altersrente vorgesehen ist.

Gesunde bleiben der Arbeitswelt länger erhalten

Voraussetzung für einen längeren Verbleib im Arbeitsleben ist zweifelsohne eine gute gesundheitliche Verfassung. Um diese zu messen, wurde der Indikator „Gesunde Lebensjahre“ eingeführt, mit dem die Zahl der Jahre gemessen wird, die einer Person zum Zeitpunkt der Geburt voraussichtlich ohne Beeinträchtigungen durch Krankheit oder Behinderung bevorstehen.

Chronische Erkrankungen, Gebrechlichkeit, psychische Störungen und körperliche Beeinträchtigungen sind im höheren Alter stärker verbreitet und mindern die Lebensqualität der Betroffenen.

Eines der Hauptziele der EU-Gesundheitspolitik besteht darin, einen Zuwachs an gesunden Lebensjahren zu erreichen, denn dies würde nicht nur die Lage des Einzelnen verbessern, sondern auch die öffentlichen Gesundheitsausgaben zurückgehen lassen und einen längeren Verbleib im Arbeitsleben ermöglichen.

Berechnung der Lebenserwartung

Die Berechnung der Lebenserwartung erfolgt anhand von Sterbetafeln: Diese weisen getrennt nach Geschlecht aus, wie viele Personen eines Ausgangsbestandes (von meist 100.000 Personen) aufgrund der aktuellen Sterbewahrscheinlichkeiten in den einzelnen Altersjahren überleben beziehungsweise sterben werden.

stol

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