"Es ist Zeit!“, so der Slogan der nationalen Kampagne der Frauen, die ihre „Würde verteidigen und gegen das Mann-Frau-Beziehungmodell, das durch die Vertreter des Staates, der Medien und der Werbung gezeigt wird“, protestieren wollen. Die Zeit sei reif für eine klare Absage an die Herabwürdigung von Frauen als bezahlbare Gespielinnen für alte, mächtige Herren. „Wir wehren uns und sagen ‚Es isch Zeit!‘“, so die Initiative in einer Aussendung.Die Mehrheit der Frauen arbeite in Italien im Beruf und im Haushalt, schaffe Wohlstand, lerne und opfere sich, um im Beruf Erfolg zu haben, kümmere sich um Liebes- und Familienbeziehungen, sowie um die Kinder, Ehemänner und Großeltern. „Viele Frauen sind im öffentlichen Leben, in Parteien, Gewerkschaften und Vereinen engagiert, damit die Gesellschaft in der sie leben, ziviler, reicher und gastfreundlicher werden kann“, so die Organisatorinnen.Durch die wiederholte, unanständige, protzige Vorstellung der Frau durch Zeitungen, TV-Sender und in der Werbung als sexuelles, nackt dasgebotenes Austauschobjekt, sei eine ganze Lebenserfahrung gelöscht worden.In Bozen findet der Frauenprotest „Wenn nicht jetzt, wann denn?“ am Sonntag, den 13. Februar ab 14.30 Uhr und bis 17 Uhr auf den Talferwiesen Bozen an der Bar Theiner statt."Bürger, die ihren Beitrag zu 'Es ist Zeit' leisten wollen, können eine E-mail an diese Adresse 'senonoraquando.bolzano@gmail.com' senden, um weitere Informationen zu erhalten", heißt es seitens der Organisatorinnen abschließend.„Ora basta!“ - Proteste in ganz Italien„Ora basta!“ (Jetzt reicht's!) skandierten die Demonstrantinnen, die in ganz Italien auf die Straße gingen, um mehr Respekt für die Frauen zu verlangen. In Mailand trugen die Demonstrantinnen einen weißen Schal als Symbol ihres Protests, in der süditalienischen Stadt Andria hielten sie eine Blume in der Hand. „Diese Blume steht für den Respekt und die Würde der Frauen, Worte die Berlusconi längst vergessen hat“, betonte eine Organisatorin des Protests.Tausende Frauen schlossen sich spontan der landesweiten Mobilisierungsaktion an. „Italien ist kein Bordell“ und „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ lauten Slogans der Frauenorganisationen. Zur Teilnahme an der Demonstration wurden auch Männer aufgerufen, die „Freunde der Frauen“ sind.Bei der Protestkundgebung in Rom, an der sich Frauen aus allen politischen Lagern beteiligten, war auch die Chefin des stärksten italienischen Gewerkschaftsverbands CGIL, Susanna Camusso, anwesend. „Wir protestieren gegen eine Führungselite, die alle Regeln missachtet. Die italienischen Frauen fühlen sich von diesem Premierminister beleidigt und degradiert“, betonten die Initiatorinnen der parteiübergreifenden Protestkundgebungen. „Nach dem Skandal wegen der minderjährigen Prostituierten im Hause Berlusconis kann man nicht mehr wegschauen. Die Würde der Frauen ist in Italien ein Problem, das uns alle betrifft“, sagte die Rechtsparlamentarierin Giulia Bongiorno.Die Demonstrantinnen stellten auch politische Forderungen: Sie klagen über Diskriminierungen auf dem Arbeitsmarkt und einen Mangel an Kinderbetreuung, fordern mehr Halbtagsjobs und Unterstützung für Familien. Von den Protesten erhoffen sie sich auch, dass sich die zersplitterten Frauenorganisationen in Zukunft besser vernetzen können.stol/apa