Dienstag, 17. November 2020

Südtirols 7-Tages-Inzidenz sinkt leicht

Die vielen täglichen Corona-Neuinfektionen halten den Sanitätsbetrieb und die Bürger in Atem – doch Südtirols 7-Tages-Inzidenz von Sonntag zeigt eine Entwicklung, die hoffen lässt.

Die Infektionen gingen zuletzt leicht zurück.
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Die Infektionen gingen zuletzt leicht zurück. - Foto: © shutterstock
783 – das ist um einiges niedriger als am Freitag (828). Die 7-Tages-Inzidenz beschreibt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen 7 Tagen je 100.000 Einwohner.

Im Euregio-Vergleich liegt Südtirol allerdings an der Spitze – vor dem Bundesland Tirol (714). Bozen hat sogar eine 7-Tages-Inzidenz von 1030 und hebt den landesweiten Durchschnitt stark an, berichtet Biostatistiker Markus Falk im „Dolomiten“-Interview.

Interview: Stephan Pfeifhofer

„Dolomiten“: Wie interpretieren Sie Südtirols 7-Tages-Inzidenz?

Markus Falk: Die hohe Zahl besagt, dass die Durchseuchung bereits weit fortgeschritten ist. Bei so hohen Inzidenzraten könnte man überall auf einen Corona-Positiven treffen und sich anstecken. Auch bedeutet diese Zahl eine extreme Belastung der Krankenhäuser. Die 7-Tages-Inzidenz ist seit einer Woche nicht mehr angestiegen und nahezu unverändert. Am 8. November lag sie in Südtirol bei 789. Den höchsten Wert hatten wir am 13. November mit 827. Dieser Wert ist bereits am Fallen. Die getroffenen Maßnahmen des Landes zeigen also erste Wirkungen. Bis wir die Werte des Trentino erreichen, ist der Weg aber noch lang. Die derzeitige 7-Tages-Inzidenz des Trentino hatten wir am 30. Oktober. Wenn wir uns jetzt völlig diszipliniert verhalten würden, dann würde es 15 Tage bis zu diesen Werten dauern. Zudem müssten wir den derzeitigen Lockdown noch für weitere 2 bis 3 Wochen aufrecht erhalten – mit geschlossenen Schulen und Kindergärten, und die Zahlen wären dann immer noch zu hoch, um die Last vom Krankenhaus merklich zu senken.

„D“: Beim Massentest wird jetzt die Spreu vom Weizen getrennt...

Falk: Dabei geht es vor allem auch darum, die Corona-Negativen zu finden – denn diese können dann „frei“ herumlaufen. Wichtig ist: Wenn jemand Symptome hatte in den vergangenen Wochen, so müssen solche Bürger nicht zum Massentest – diese sollen sich an den Hausarzt wenden. Wir brauchen jene beim Test, die keine Symptome haben und jetzt die Gewissheit haben wollen, dass sie negativ sind.

„D“: Wenn man Südtirols 7-Tages-Inzidenz vergleicht mit Österreich oder Italien, was fällt da besonders auf?

Falk: Ich würde diesen Vergleich mit Staaten nicht ziehen. Je größer die Population, desto geringer die Inzidenz, weil die Streuung groß ist und es Regionen gibt mit vielen und solche mit wenigen Infizierten. Vergleiche kann man anstellen mit anderen Provinzen, Regionen oder Bundesländern. In Osttirol liegt die Inzidenz beispielsweise bei 712, in Wien bei 498.

„D“: Wie hoch ist die 7-TagesInzidenz in Bozen?

Falk: Diese liegt bei 1030 – jene vom restlichen Südtirol ohne Bozen bei 261. Bozen hat ganz ein anderes Infektionsgeschehen als das restliche Südtirol und generiert mit diesen Zahlen eine sehr hohe Last fürs Krankenhaus.

hof

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