Gleichzeitig wird in der Steigung eine Kriechspur errichtet und weiter westlich die Rienz nach Süden verlegt, um einen noch nicht ausgebauten Teil der Pustertaler Straße verbreitern zu können. <BR /><BR />Die Bauvorhaben zwischen Kiens und St. Lorenzen werden gut 16 Millionen Euro kosten und über die Querfinanzierung durch die Olympischen Spiele 2026 verwirklicht. Am Montag Abend wurden die Projekte in St. Lorenzen in Anwesenheit der Landesräte Daniel Alfreider und Luis Walcher vorgestellt. <BR /><BR />Der Kniepass wird täglich von über 20.000 Fahrzeugen passiert, an Spitzentagen von bis zu 30.000 Fahrzeugen. Bereits ab 10.000 Pkw und Lkw würden laut wissenschaftlichen Studien Wildtierbewegungen sehr stark eingeschränkt und die Lebensräume der Tiere durch solch stark befahrene Verkehrswege enorm beeinträchtigt, erklärte Dominik Trenkwalder vom Amt für Wildtiermanagement, das die Arbeiten von Beginn an begleitet. Beobachtungen und Studien sowie die Zahl der Wildtierunfälle, die am Kniepass gezählt werden, bestätigen, dass dort ein bedeutender Wildtierkorridor verlaufe. „Das ist eine Verbindung zwischen gut geeigneten Lebensräumen“, erklärte Trenkwalder. Eine Verbindung, die durch die Straße unterbrochen werde. <BR /><BR /> <div class="embed-box"><div style="position: relative; height: 0; padding-bottom: 168.40277777777777%"><iframe style="width: 100%; height: 100%; border: 0;position: absolute;" src="https://dynamic.mc-cdn.io?id=a5a608c091f93f0382d9706407130370&access-token=97kNg3YDDkblQ7rYzDTIGX1EAigdAWMSbaafd51b609784cdd822af17ccb42cb6889a123a" allow="geolocation" allowfullscreen></iframe></div></div> <BR /><BR />Mit Grün- bzw. Wildtierbrücken werden solche Korridore für Rot- und Rehwild, aber auch für Kleinsäuger, Reptilien und Insekten wiederhergestellt. Was in Deutschland und anderen Ländern bereits gang und gäbe ist, soll nun in Südtirol erstmals verwirklicht und vom Amt für Wildtiermanagement begleitend monitoriert werden. <BR /><BR />Die Stelle biete sich nicht nur aus wildökologischer Sicht an, sondern auch aufgrund der bereits erhöhten Böschungen an den Straßenseiten, erklärte Florian Knollseisen, Amtsdirektor für Straßenbau Nord/Ost. Die Brücke über die Straße wird 65 Meter breit sein, ein Meter hoch mit Erde aufgeschüttet, bepflanzt und mit Sandflächen für das Tiermonitoring ausgestattet und mit Zäunen flankiert. Der Autofahrer wird die Brücke als Tunnel wahrnehmen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1101132_image" /></div> <BR /><BR />Gleichzeitig werde auf der ansteigenden Strecke eine Kriechspur für den langsamer fahrenden Schwerverkehr errichtet und damit eine kontrollierte Überholmöglichkeit geschaffen, erklärte Knollseisen. In der Gegenrichtung, also von Bruneck nach Brixen, werde diese Überholspur vom Gadertaler Kreisverkehr bis zum Kniepass errichtet, führte Manuel Lechner vom Ingenieurbüro Bergmeister aus. Mit Hansjörg Jocher erklärte er, dass zudem auch die Einfahrt zum Felderhof mit einer Einbiegespur gesichert werde. <BR /><BR />Außerdem erfolgt auch eine Sicherung und Verbreiterung der Pustertaler Straße von der provisorischen Brücke zur Schottergrube an der Gemeindegrenze zu Kiens bis zur Auffahrt zum Kniepass. Wie Florian Knollseisen erklärte, verlaufe dort die Straße in nur 3 Metern Abstand zur Rienz. „Die Gefahr einer Unterspülung der Straße bei einem Hochwasser ist hier sehr groß“, sagt er. Deshalb soll die Rienz 15 Meter nach Süden verlegt, der Bannstreifen zur Straße verbreitert und renaturiert sowie die Fahrbahnen auf 9,5 Meter verbreitert werden. Beginnen sollen die Arbeiten im Herbst 2025, sie werden wohl bis 2027 andauern. <BR /><BR />Darauf dass die Initiative für Südtirols erste Grünbrüche von St. Lorenzen und der Jägerschaft ausging, verwies Bürgermeister Martin Ausserdorfer. Er stellte aber auch klar, dass es sich um „keine Schießbrücke“ handeln werde und die Jagd dort entsprechend geregelt werden wird. Auf die Zusammenarbeit der Abteilungen und Ämter für Straßenbau, Wildtiermanagement und Wildbachverbauung verwiesen die Landesräte Daniel Alfreider und Luis Walcher. Sie verwiesen auf das Begleitmonitoring und dass bei entsprechend positiven Erfahrungen weitere Grünbrücken im Land entstehen könnten.