Dienstag, 3. August 2021

Südtirols Feuerwehren in Sizilien: „Ganz andere Realität“

Ab dem heutigen Dienstag werden die Feuerwehrleute aus Südtirol voraussichtlich eine Woche lang bei der Waldbrandbekämpfung auf Sizilien mithelfen. STOL hat sich bei Hansjörg Elsler, Oberbrandinspektor der Berufsfeuerwehr, über die aktuelle Lage vor Ort und über den schwierigen Einsatz, den seine Kameraden erwartet, erkundigt.

Hansjörg Elsler, Oberbrandinspektor der Berufsfeuerwehr, hat erklärt, was seine Kameraden beim schwierigen Einsatz auf Sizilien erwartet. - Foto: © fm

Wie ist die Lage im Headquarter der Berufsfeuerwehr in Bozen? Haben Sie Kontakt zu Ihren Leuten in Sizilien?

Momentan ist es ruhig in Südtirol, es gibt kaum Einsätze. Derzeit versuchen wir in der Zentrale mehr Infos von Sizilien zu kriegen. Im Laufe des Tages sollten mehr Infos und Fotos kommen. Die Feuerwehrmannschaft ist vorgestern gestartet, 20 Stunden gefahren und als sie in Messina angekommen ist, hat sie sich erstmal ausgeruht. Untergebracht sind die Kollegen direkt an der Küste in einem Hotel.


Das Hotel des Feuerwehrteams befindet sich direkt an der Küste. - Foto: © Berufsfeuerwehr



Jetzt beginnen die Einsätze. Das Team hat sich bei der lokalen Einsatzleitung angemeldet.


Die Feuerwehrmannschaft musste einen langen Weg nach Sizilien auf sich nehmen. - Foto: © Berufsfeuerwehr



Auf was müssen sich die Kollegen gefasst machen?

Man kennt sich noch nicht aus, daher ist es notwendig, sich die Gegend erstmal erklären zu lassen. Die Lage wird schwieriger, wenn man sich in einer unbekannte Gegend, mit einer anderen Vegetation aufhält, sich wie in einer „neuen Realität“ zurechtfinden muss und nicht unnötig Gefahren aussetzen möchte. Die Wälder in Südtiroler sind anders.

Was sind die hauptsächlichen Schwierigkeiten?

Wie schon gesagt, erstmal die Orientierung. Die fehlenden Ortskenntnisse, hohen Temperaturen und der starke Wind, stellen auch ein Problem dar. Es ist einfach eine andere Vegetation, die dementsprechend auch andere Abbrandgeschwindigkeiten mit sich bringt. Beispielsweise gibt es Harz und Pech auf den Bäumen, das wahnsinnig schnell brennt, fast schon vergleichbar mit Benzin. In Kombination mit starkem Wind, kann das sehr gefährlich werden.


Mit diesen Fahzeuen sind die Feuerwehrleute aus Südtirol in Sizilien im Einsatz. - Foto: © Berufsfeuerwehr



Wie soll man sich den Einsatz vorstellen?

Es wurden 2 Mannschaften auf die Fahrzeuge aufgeteilt. Eine fährt mit dem Kleinlöschfahrzeug-ein Geländefahrzeug, das circa 500 Liter Wasser fasst- und die andere mit dem Tanklöschfahrzeug, ein LKW, mit circa 2500 Liter Wasser. Man muss sich vorher noch vergewissern, wo man genau hinfahren will.


stol

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