„Wir sollten die Sache ernst nehmen“, sagt Benedikt Terzer vom Jagdverband und erklärt, welche Folgen dieser Engpass haben könnte.<BR /><BR />Munition für Jäger und Sportschützen wird knapp und teuer. Lange Lieferzeiten sind Alltag. In Jagd-Fachgeschäften und bei Online-Händlern leeren sich die Bestände. Von dieser Entwicklung sind auch Südtirols Jäger nicht verschont – gar manche haben mittlerweile Probleme, sich Munition zu beschaffen. „Wir haben zwar noch keine dramatischen Rückmeldungen aus den Revieren, aber die Knappheit macht sich bemerkbar“, sagt Benedikt Terzer, Geschäftsführer im Jagdverband.<BR /><BR />Die Gründe liegen nur zum Teil am Ukraine-Krieg. Vielmehr sind die Lieferströme schon länger gestört. „Vor allem der US-Markt sorgt für die Verknappung in Europa“, erklärt Terzer.<BR /><BR />Nach den Protesten gegen Polizeigewalt deckten sich 2021 kauften sich 5,4 Millionen US-Bürger erstmals eine Waffe. „Die Ankündigung von Präsident Biden, Waffengesetze zu verschärfen, hat den Markt weiter angeheizt“, sagt Terzer. Die Preise verdoppelten sich. Aus Amerika wurde kaum Munition nach Europa geliefert. Stattdessen exportierten europäische Hersteller in die USA – und hierzulande schrumpften die Bestände. Weitere Gründe sind laut Terzer der Ukraine-Krieg, aufgrund dessen die zivile Munitionsproduktion zurückgefahren wurde und Rohstoffmangel, der Komponenten von Munition betrifft.<BR /><BR />Wer jetzt noch hamstern will, ist reichlich spät dran. In vielen Online-Shops gelten Mengenbeschränkungen. Gar mancher Jäger geht deshalb mit weniger Munition auf die Pirsch. Wer sich nicht eingedeckt hat, kann sich schwer tun. „Es fehlt nicht nur an Verfügbarkeit, sondern auch an Auswahl“, so Terzer.<BR /><BR />Trotzdem geht Zerzer davon aus, dass Südtirols Jäger die Saison bis 15. Dezember (Jagdende für Schalenwild) über die Runde bringen. 1500 Patronen darf ein Jäger gesetzlich horten. „Das aber macht keiner, die meisten haben 100“, so Terzer. Die meiste Munition wird beim Einschießen des Gewehrs am Schießstand verbraucht.<BR /><BR />Während einige österreichische Bundesländer die Jägerprüfungen ausgesetzt haben, wackeln diese in Südtirol (noch) nicht. „Die Lage ist nicht leicht. Wir versuchen aber, an 2 Prüfungsterminen im Jahr festzuhalten“, so Amtsdirektor Luigi Spagnolli. Jedes Jahr gebe es mehr Anwärter. „Das hat mit der positiven Einstellung zur Jagd in Südtirol zu tun, die wir nicht gefährden wollen“, so Spagnolli.<BR /><BR />Trotzdem sei die Entwicklung ernst zu nehmen, meint Terzer. Käme über den Winter kein Nachschub an Munition, werde die Luft dünn. Dann laufe man Gefahr, dass Jäger bzw. Reviere 2023 ihre Abschusspläne nicht erfüllen. Diese hat sich der Gesetzgeber nicht aus Jux ausgedacht, sondern zum Schutz von Natur und Landwirtschaft. „Wenn sich Wild ungebremst ausbreiten kann, zieht dies erhebliche Schäden an den Forst- und in der Landwirtschaft nach sich“, so Terzer.<BR />