Alle gestrigen Verhandlungen mussten vertagt werden, doch die Arbeit der Justiz müsse weitergehen, unterstrich Landesgerichtspräsidentin Francesca Bortolotti. „Wir haben bereits Maßnahmen ergriffen, um alternative Räumlichkeiten für die dringenden Verhandlungstermine zu finden.“ <BR /><BR />Im Finanzgebäude gegenüber dem Landesgericht könnten zwei Verhandlungssäle genutzt werden, ebenso Räume am Oberlandesgericht in der Freiheitsstraße. Haftprüfungstermine würden im Gefängnis wahrgenommen. „Ich habe mich gleich mit dem Justizministerium bezüglich der IT- und Telekommunikationsinfrastruktur in Verbindung gesetzt. Das Ministerium gewährt uns die notwendige Unterstützung, um gegebenenfalls sofortiges Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen“, erklärte Bortolotti.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1337058_image" /></div> <BR /><BR />Der Vorstand der Kammer der Südtiroler Strafverteidiger mahnte allerdings in einer Aussendung an, dass „die strukturelle Notlage nicht zu einer – auch nicht befristeten – Aussetzung der Abwicklung der Verhandlungen in Anwesenheit der Parteien führen“ dürfe. Der Punkt sei nicht verhandelbar.<BR /><BR />Während der Zivilbereich schon lange digitalisiert ist, sind Fallakten im Strafbereich in Papierform zusammengefasst. „Ein Großteil der Akten wird wohl unter den Trümmern liegen, aber das Ministerium bemüht sich, eine Lösung zu finden, um die Akten wiederherzustellen“, versicherte die Landesgerichtspräsidentin. <BR /><BR />In Ermittlerkreisen sorgte man sich indes um behängende Erhebungen, bei denen schnell vorbeugende Maßnahmen wie z.B. Annäherungsverbote beantragt werden müssen. Die Büros der Staatsanwälte waren nicht vom Einsturz betroffen, doch das ganze Gebäude war gesperrt und die Fallakten nicht zugänglich. Möglichweise können heute Mitarbeitende unter Sicherheitsvorkehrungen und begleitet von Feuerwehrleuten die beiden Seitenflügel betreten, um Arbeitsgeräte und Akten zu holen, die für die Gerichts- und Ermittlungstätigkeit benötigt werden.