Donnerstag, 21. März 2019

Südtirols Luftqualität ist im Aufwind

Die Luftqualität in Südtirol hat sich 2018 gegenüber dem Vorjahr leicht gebessert. Zu verdanken ist dies hauptsächlich den günstigen Wetterbedingungen, wie Mess-Daten der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz ergeben haben.

Südtirols Luftqualität hat sich im Vergleich zu 2017 im Vorjahr verbessert.
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Südtirols Luftqualität hat sich im Vergleich zu 2017 im Vorjahr verbessert. - Foto: © D

Am Donnerstag gaben Umweltlandesrat Giuliano Vettorato und der Direktor des Landeslabors für Luftanalysen und Strahlenschutz Luca Verdi einen Überblick über die Mess-Daten zur Luftqualität im vergangenen Jahr sowie über jene Bereiche, wo Maßnahmen erforderlich sind.

Verkehr in den Städten und Holzverbrennung am Land sind weiterhin problematisch

Anlass zu Sorge bereiten demnach noch immer die erhöhten Stickstoffdioxid-Werte, vor allem an sehr verkehrsreichen Straßen in den Städten. In den ländlichen Gebieten, wo es viele kleine Holzöfen und -herde gibt, besteht – wenn auch in geringerem Ausmaß – das Problem der unsachgemäßen Holzverbrennung, die zur Bildung von gesundheitsschädigenden Kohlenwasserstoffen führt.

Stickstoffdioxid: 2018 leichter Rückgang

„Gegenüber 2017 konnten wir 2018 einen leichten Rückgang der Stickstoffdioxid-Werte an allen Mess-Stationen verzeichnen. So wurde am Hadrianplatz und in der Claudia-Augusta-Straße in Bozen der Jahresgrenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter für Stickstoffdioxid (NO2) eingehalten“, berichtet Amtsdirektor Luca Verdi.

Dies sei auf die eher instabilen Wetterverhältnisse im vergangenen Jahr mit viel Wind zurückzuführen, die einer Konzentration der Luftschadstoffe entgegengewirkt haben.

Auch „Südtirol Heute“ hat darüber berichtet.

Weiterhin Grenzwertüberschreitungen an der A22

Schaut man sich die Mess-Daten entlang der Brennerautobahn, aber auch an verkehrsreichen Straßen in den Städten Bozen, Meran und Brixen an, die mittels Passivsammler erhoben werden, zeigen sich jedoch deutliche Grenzwertüberschreitungen.

Hier wirkt sich vor allem der so genannte Canyon-Effekt negativ auf die Durchmischung der Luft und damit auf die Luftqualität aus. „An viel befahrenen Straßen zwischen hohen Häuserreihen bleiben die Autoabgase konzentriert in Bodennähe liegen, was zu einer erhöhten NO2-Belastung führt“, erklärte Verdi am Donnerstag.

Um die hauptsächlich vom Verkehr verursachten Stickstoffdioxid-Werte zu reduzieren, müssen eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt werden.

10 Prozent weniger Stickstoff bis 2020 angepeilt

Das NO2-Programm umfasst strukturelle Maßnahmen zur NO2-Reduktion, die auf Gemeindeebene durchgeführt und von der Umweltagentur überwacht werden. Ziel ist eine zehnprozentige Verringerung der NO2-Jahresmittelwerte innerhalb 2020 (gegenüber 2017) und, wo das nicht ausreicht, eine Einhaltung des Stickstoffdioxid-Grenzwerts von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter spätestens innerhalb 2023.

Das Maßnahmenpaket sieht den Ausbau nachhaltiger Mobilitätsformen (Bus, Fahrrad, E-Mobilität), die Verbesserung der Verkehrsflüsse etwa durch intelligente Ampelsteuerungen etc. und nicht zuletzt, wenn alle diese Maßnahmen nicht greifen, auch Fahrverbote für Dieselfahrzeuge vor.

Viel zu tun bliebe auch noch bei der Brennerautobahn, der wichtigsten Stickstoffdioxid-Emissionsquelle. Hier wird im Rahmen des EU-Projekts BrennerLEC (Schaffung eines emissionsarmen Korridors) die Einführung einer dynamischen Geschwindigkeitsbeschränkung getestet, mit positiven ersten Resultaten.  

Feinstaub, Benzo(a)pyren und Ozon

Beim Feinstaub wurden in Südtirol seit über 10 Jahren bei den Jahresdurchschnittswerten keine Überschreitungen des Grenzwerts mehr verzeichnet. Bei PM10 wurde 2018 sowohl der Grenzwert der EU (40 Mikrogramm pro Kubikmeter) als auch jener der WHO (20 Mikrogramm pro Kubikmeter) an allen Mess-Stationen eingehalten. Bei den kleineren Feinstaub-Partikeln (PM2,5) wurde hingegen der EU-Grenzwert (25 Mikrogramm pro Kubikmeter), nicht aber jener der WHO eingehalten.

Was das Benzo(a)pyren, eine Komponente des Feinstaubs, die vor allem bei unsachgemäßer Holzverbrennung entsteht, betrifft, geht der Trend hin zu einer Verbesserung – und zwar auch in den ländlichen Gebieten, wo viele kleine Holzöfen und -herde betrieben werden und der Zielwert der EU (ein Nanogramm pro Kubikmeter) im Winter überschritten wird.

Hier zeige die Sensibilisierungskampagne „Heizen mit Holz…aber richtig“ der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz in Zusammenarbeit mit der Berufsgruppe der Kaminkehrer erste positive Ergebnisse.
Ein typischer Schadstoff, der nur in den Sommermonaten auftaucht, sei hingegen das Ozon: 2018 ist es zu keiner Überschreitung der Ozon-Informationsschwelle in Südtirol gekommen.

lpa

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stol