Als „erstes aussagekräftiges Zeugnis“ für Italiens Gesundheitswesen streicht das Wirtschaftsblatt „Il Sole 24 Ore“ die Daten heraus, die im Sonderheft Sanität veröffentlicht werden. Das Management-Laboratorium der Höheren Schule für Sanität S. Anna in Pisa bewertete die Sanität in 21 Regionen und Provinzen in insgesamt 37 Disziplinen; sie berücksichtigen alle Bereiche vom Krankenhaus über die Arbeit in den Sprengeln bis zur Medikamentenversorgung und den medizinischen Diensten vor Ort. Bewertungsfaktoren sind unter anderem die Dauer der Krankenhausaufenthalte, Impfraten, Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen oder Anzahl der Kaiserschnitte. Am Ende dieses regionalen Wettrennens in Sachen Gesundheitsleistunghumpelt Südtirols teure Sanität eher abgehängt durchs Ziel. Es kommt zwar noch unter die zwölf Regionen mit positiver Bewertung, aber dort auf den letzten Platz. Den 15 Plus-Punkten stehen 14 Negativ- Noten gegenüber. Sehr gute Bewertungen erhält die heimische Sanität zum Beispiel bei Brustkrebs-Vorsorge und Kaiserschnitten; miserable Noten bringen dagegen die vielen Krankenhaus-Aufenthalte, die vielen Spitalsbehandlungen für chronische Kranke wie Diabetiker und die schlechte Durchimpfrate.„Wir werden diese Studie im Detail analysieren und unsere tatsächlichen Schwachstellen ausfindig machen“, kommentiert Ressortdirektor Florian Zerzer das Papier aus Pisa. Zerzer ist sich sicher, dass die heimische Sanität „dort, wo es um Patientengeht, gut dasteht.“ Wichtige Faktorenwie die Ausstattung der Krankenhäuser oder dieQualität der ärztlichen und pflegerischen Betreuung würden überhaupt nicht berücksichtigt. An anderer Stelle ließe sich freilich das eine und andere auskurieren. So könne die Zahl der Krankenhausaufenthalte tatsächlich noch gedrückt werden. Noch nichts kommentieren will Landesrat Richard Theiner; er kündigt aber an, dass Experten das Material im Detail durchackern und die Schwachstellen im Gesundheitswesen ausfindigmachen würden. ler/D