Montag, 30. November 2015

Südtirols Trachten teils von Nazis erfunden

Bis heute werden in Südtirol Trachten getragen, die in den 1930er und 1940er Jahren ohne historische Grundlage frei erfunden wurden. Nun laufen Bestrebungen, die Fehler von damals auszubügeln. Die Brixner Schützen etwa wollen ihr grünes Jöppl ablegen.

Die Brixner Schützen mit ihren grünen Joppen bei einem Aufmarsch in Wien; Hauptmann Sepp Kirchler führt die Kompanie an.
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Die Brixner Schützen mit ihren grünen Joppen bei einem Aufmarsch in Wien; Hauptmann Sepp Kirchler führt die Kompanie an. - Foto: © D

Südtirol zählt zu den vielfältigsten Trachtengegenden im Alpenraum – doch nicht alle Trachten haben einen sauberen Ursprung. Denn so manches Jöppl wurde zur Nazi-Zeit entworfen und damals willkürlich erfunden.  

Bis heute gilt das Buch „Lebendige Tracht in Tirol“ von Gertrud Pesendorfer in Südtirol als „Bibel“ – auch wenn dieses Werk braun gefärbt ist. Pesendorfer  war eine überzeugte Nationalsozialistin und Vertraute von Gauleiter Franz Hofer. 

Nun laufen Bestrebungen,  die Fehler von damals  auszubügeln.  „Wir wollen das Ganze wieder auf eine richtige Basis bringen“, sagt Helmut Rizzolli, Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Unsere Tracht“. 

Brixens Hauptmann Sepp Kirchler etwa setzt sich dafür ein, dass die etwa 40 Schützen seiner Kompanie „Peter Mayr“ das grüne Jöppl ablegen und sich statt dessen einen historisch belegten braunen Joppen anschaffen. 

hof

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Lesen Sie mehr über Südtirols Trachten und deren nicht immer sauberen Ursprung im Tagblatt "Dolomiten" am Montag.

stol