Mittwoch, 17. Mai 2017

Suizid als letzter Ausweg

Jede Woche nimmt sich im Durchschnitt ein Erwachsener in Südtirol das Leben. Diese tragischen Zahlen sind nichts Neues. Aufgeschreckt hat nun die Meldung, dass in 15 Monaten auch 15 Jugendliche zwischen 16 und 22 Jahren ihrem Leben ein Ende gesetzt haben.

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Foto: © shutterstock

Erklärungsversuche gibt es viele: Die vergebliche Suche nach dem Sinn oder der Rolle im Leben, der Druck schon von Kindesbeinen an.

Marlene Kranebitter, Leiterin der Notfallseelsorge des Weißen Kreuzes, fordert Schulpsychologen, rät aber auch Eltern zu regelmäßiger Familienzeit.

Schulpsychologen wird es nicht so schnell geben – Schulsozialarbeiter aber schon, kündigt Landesrat Philipp Achammer an.

Michael Reiner, Leiter von young+direct, kennt die Probleme der Jugendlichen – fast 2000 haben im vergangenen Jahr bei der Beratungsstelle Rat und Hilfe gesucht.

Es sei aber vermessen, zu glauben, jemanden vom Suizid abhalten zu können.

Hilfestellen rund um die Uhr

  • Gute Anlaufstelle für Menschen in Suizidgefahr sind zu jeder Tages- und Nachtzeit die Notaufnahmen der Krankenhäuser Bozen, Meran, Brixen und Bruneck.
  • Aber auch die Zentren Psychischer Gesundheit und Psychologischen Dienste des Sanitätsbetriebs, Hausärzte, privat arbeitende Psychiater und Psychologen sind auf schwere seelische Krisen vorbereitet.
  • Telefonberatung wird von Young+Direct für junge Leute (Grüne Nummer 840 036 366; WhatsApp 345 0817 056; Mail: [email protected] young-direct.it; Facebook: Young+Direct Beratung Consulenza), von telefono amico (800 851 097) sowie von der Telefonseelsorge der Caritas rund um die Uhr (Tel: 840 000 481) angeboten.
  • Beratung zur Teilnahme an Selbsthilfegruppen gewähren die Selbsthilfevereinigung psychisch Kranker „Lichtung/Girasole“ (Tel. 0474/53 02 66) und der Verband der Angehörigen psychisch Kranker (Tel. 0471/26 03 03).
  • Angehörige von Suizidopfern leiden oft unter Selbstvorwürfen, Schuldgefühlen und Scham. Die Caritas-Hospizbewegung bietet deshalb für sie Begleitung an. Wer diese in Anspruch nehmen möchte oder Informationen sucht, kann sich beim Caritas-Dienst (Tel. 0471/30 43 70; E-Mail: [email protected]) melden.
Den vollständigen Artikel und alle Hintergründe gibt es in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol