Am Vormittag kam im Fleimstal für einen Touristen jede Hilfe zu spät, am Nachmittag starben in Sulden zwei Tourengeher. Unglück unterhalb der Cima BoccheIm Fleimstal ereignete sich das Unglück unterhalb der Cima Bocche (2745 Meter). Drei Männer hatten den Anstieg am Morgen in Angriff genommen, als sich gegen 10.50 Uhr eine Lawine löste und zwei der drei Tourengeher mit sich riss. Für einen Tourengeher kam jede Hilfe zu spät, der zweite Mann überlebte unverletzt. Der Dritte, den die Lawine verschont hatte, alarmierte umgehend die Notrufzentrale. Die Männer der Bergrettung und der Feuerwehr konnten für den Mann, der von der Lawine rund 200 Meter mitgerissen worden war, nichts mehr tun. Der Leichnam wurde geborgen und nach Moena geflogen. Lawinenunglück in Sulden Nur wenige Stunden später kam es in Sulden in der Nähe des Hintergratkopfes zu einem weiteren Lawinenunglück. Nach Angaben der Bergrettung wurden zwei Mitglieder einer dreiköpfigen Tourengehergruppe von einem rund 300 Meter breiten Schneebrett mitgerissen und verschüttet. Für die beiden Touristen, die mit Lawinenpiepsgeräten ausgerüstet waren, kam jede Hilfe zu spät.Das Unglück hatte sich gegen 14 Uhr ereignet. Die Gruppe war auf der Nordseite des 2813 Meter hohen Hintergratkopfes abgefahren und löste die Lawine vermutlich selbst aus. Der Begleiter, der zum Zeitpunkt des Lawinenabganges den Steilhang bereits hinter sich gelassen hatte, alarmierte mittels Handy die Einsatzkräfte. „Einer der Männer befand sich rund sechs Meter unter der Oberfläche, der andere war eineinhalb Meter unter den Schneemassen“, schilderte ein Bergretter. Bei den Verunglückten handelt es sich um V.Z. aus Prag (50) und um K.H. (51), ebenfalls aus Prag.Im Einsatz standen die Rettungshubschrauber Pelikan 1 und der Aiut Alpin Dolomites, die Bergrettung Sulden und die Feuerwehr.In weiten Teilen Südtirols herrschte am Freitag erhebliche Lawinengefahr, die Stufe “3“ der fünfteiligen Skala. Gefahrenstellen befänden sich an Steilhängen aller Expositionen, teilten die Experten des Lawinenwarndienstes mit. Bereits bei geringer Zusatzbelastung sei eine Auslösung möglich.stol/apa