Mittwoch, 26. Mai 2021

„Supermond“: Heute wirkt der Vollmond besonders groß

Der Mond bietet am heutigen Mittwoch einen besonders beeindruckenden Anblick. „Der Mond ist der Erde zurzeit besonders nah und erscheint uns deshalb besonders groß als Supermond“, erklärt David Gruber, Direktor des Planetarium Südtirol, im Interview mit STOL.

Gegen 21.30 Uhr geht am Mittwoch der Supermond über Südtirol auf.
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Gegen 21.30 Uhr geht am Mittwoch der Supermond über Südtirol auf. - Foto: © Laura Ganner
STOL: Wie entsteht das Himmelsspektakel Supermond?

Gruber: Manchmal kommt es vor, dass der Vollmond größer erscheint als sonst. Das hängt damit zusammen, dass der Mond bei seiner Erdeumkreisung keine kreisförmige, sondern eine leicht elliptische Umlaufbahn hat. Deshalb schwankt sein Abstand zur Erden zwischen knapp 410.000 Kilometern und 357.000 Kilometern. Immer dann wenn der Mond voll ist und sich im erdnächsten Punkt (Perigäum) befindet, spricht man von einem Supermond, wie auch am heutigen Mittwoch. Aufgrund der Nähe zur Erde erscheint uns dieser dann etwa 14 Prozent größer und rund ein Drittel heller als normalerweise. Ich bemühe gerne folgenden Vergleich, damit man sich den Größenunterschied besser vor Augen führen kann: Hält man mit ausgestreckter Hand eine 1-Euro-Münze in den Himmel, entspricht das der Größe, in der uns der Mond normalerweise am Himmel erscheint. Der Supermond hingegen entspricht einer 2-Euro-Münze.

STOL: Wie selten kommt dieses Phänomen vor?

Gruber: Für eine Runde um die Erde benötigt der Mond 27 Tage, einen Vollmond gibt es alle 29 Tage. Immer wenn Vollmond und Perigäum auf den selben Tag fallen, sprechen wir von einem Supermond. Das ist gar nicht so selten der Fall. Im Schnitt kommt dieses Phänomen mindestens einmal im Jahr vor. Der letzte Supermond war am 27. April. Auch wenn der Mond da etwas weiter von der Erde entfernt war als heute, erschien er auch an diesem Tag als besonders groß. Hier gilt es anzumerken, dass es keine wissenschaftlichen Kriterien gibt, ab wann man von einem Supermond sprechen kann.

STOL: Wann und wie lässt sich der Supermond am besten beobachten?

Gruber: Der Mond geht heute gegen 21.30 Uhr im Südosten auf und wird die ganze Nacht über am Himmel zu sehen sein. Besonders interessante Beobachtungen lassen sich machen, wenn er nahe am Horizont steht. In dem Fall kommt es zum optischen Phänomen der Mondtäuschung: Wir nehmen den Mond als noch größer war, weil wir ihn mit Gegenständen am Horizont, wie etwa einem Haus, einem Berg oder einem Baum, in Relation setzten. Im Vergleich mit diesen Bezugspunkten erscheint er uns dann als besonders groß. Wenn er frei am Himmel steht, fehlen uns solche Bezugspunkte.

STOL: Hat die besondere Nähe des Mondes Auswirkungen auf die Natur?

Gruber: Die Mondnähe hat keine spürbaren Auswirkungen für den Menschen. Sehr wohl fallen die Gezeiten etwas stärker aus. Das trifft aber auch auf den Superneumond zu. Dieser erstrahlt dann zwar nicht so hell am Himmel, hat aber die selbe Nähe zur Erde wie der Supervollmond.

STOL: Im Pazifikraum kommt es sogar zu einem Superblutmond. Was hat es damit auf sich?

Gruber: Als Blutmond bezeichnet man den rötlichen Mond bei einer Mondfinsternis, wie sie über Nordamerika stattfindet. Bewegt sich der Mond in den Schatten der Erde, wird er verdunkelt. Da die Erde ein Planet mit einer dichten Atmosphäre ist, bricht sich das Licht der Sonne in der Erdatmosphäre. Der Großteil des Lichts wird herausgefiltert aber das langwelligere rote Licht fällt noch auf die verdunkelte Mondseite und taucht den Mont in eine rostroten Farbe. Heute treten somit sowohl das Phänomen des Supermondes als auch des Blutmondes am selben Tag auf. Leider können wir in Europa es nicht beobachten.



Gute Nachrichten für alle, die sich den Supermond nicht entgehen lassen wollen, hat Landesmeteorologe Dieter Peterlin: „Bis auf einige Durchzugswolken erwartet uns eine klare Nacht und der Mond wird gut am Himmel zu sehen sein.“

pho