Zu den Suspendierungen von Ungeimpften kommen auch noch Kündigungen – in Bereichen, in denen das Personal ohnehin schon knapp ist. <BR /><BR /><BR /><BR />Eine Dienstplanung wird aufgrund fehlender Informationen über nicht gegen Corona geimpftes Personal und deshalb zu suspendierendes Personal vielerorts immer schwieriger. Freie Wohngemeinschaftsplätze für Menschen mit Behinderung können beispielsweise im Pustertal nicht besetzt werden, obwohl es dort lange Wartelisten gibt, berichtet Landesrätin Waltraud Deeg. <BR /><BR />„Plätze fehlen nicht nur in den stationären, sondern auch bei den teilstationären Wohngemeinschaftseinrichtungen.“ Zudem müssen die Öffnungszeiten für geschützte Werkstätten reduziert werden – Menschen mit Behinderung können in einigen Werkstätten nicht mehr jeden Tag hingebracht werden, weil wegen der Suspendierungen das Personal fehlt. „Das ist schlimm – vor allem für die Familien“, meint Deeg. <BR /><BR /><b>Dienste nicht mehr abgedeckt</b><BR /><BR />In einigen Heimen, wo stationär ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung aufgenommen werden, werde wegen der Suspendierungen bis zu 10 Prozent des Personals ausfallen, prognostiziert Deeg. Die Schwierigkeit dort bestehe darin, „dass Dienste 24 Stunden abgedeckt werden müssen – dazu muss ein Platz bzw. eine Stelle 3 Mal besetzt sein“. Und Stellen nachzubesetzen sei schwierig: „Uns fehlen die Mitarbeiter“, bemängelt Deeg. <BR /><BR />„Wir brauchen deshalb wieder eine niederschwellige wohnortnahe Ausbildungen. Früher hat es Ausbildungsmodelle für Pflegehelfer und Sozialbetreuer gegeben, welche von Weiterbildungsorganisationen wie dem KVW vor Ort angeboten wurden. Dies wurde dann eingestellt. Damit würden wir womöglich Wiedereinsteiger für die Pflegeberufe begeistern können“, meint die Landesrätin. <BR /><BR />Martina Ladurner, die Vorsitzende des Verbandes der Seniorenheime, kritisiert, dass die Seniorenwohnheime derzeit nicht wüssten, wann denn der Suspendierungsbescheid für die Mitarbeiter eintreffe. In den Seniorenwohnheimen wisse man derzeit nur ungefähr, mit wie vielen Suspendierungen zu rechnen sei. <BR /><BR /><b>Mitarbeiter kündigen</b><BR /><BR />Gar einige Mitarbeiter hätten bereits gekündigt – allein in einem Heim in Kaltern 8 Mitarbeiter – diese seien inzwischen nachbesetzt worden. Bei Kündigungen könne man reagieren und sich auf Personalsuche machen, sagt Ladurner. „Aber bei Suspendierungen kann man einen Mitarbeiter, der diesen dann ersetzt, gar nicht richtig anstellen. Denn wenn der suspendierte Mitarbeiter es sich anders überlegt und sich impfen lässt, dann ist er am nächsten Tag wieder da. Damit kann man dem eventuellen Neuzugang überhaupt keine Sicherheit geben. Wir haben derzeit eine absolut verworrene Situation – Unsicherheit hoch 3“, meint die VdS-Vorsitzende. <BR /><BR />So wie bei stationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderung können auch in manchen Seniorenwohnheimen keine neuen Heimgäste mehr aufgenommen werden, berichtet Ladurner.<BR />