<b>Herr Mayr, die SVP-Unterland spricht sich gegen eine Verkleinerung des Senatswahlkreises Bozen Unterland aus. Was stört Sie daran?<BR /></b>Norbert Mayr: Alles. Das fängt damit an, dass das Unterland geteilt wird. Der SVP-Bezirk hätte im Senat drei Gemeinden bei Meran, eine beim Eisacktal und acht bei Bozen. Das ist alles nicht nötig. Auch mit dem jetzigen Wahlgesetz vertritt bereits ein Italiener den Wahlkreis. Und mich ärgert, dass ethnisch argumentiert wird. Südtiroler beider Sprachgruppen sollten gemeinsam für ihre Heimat arbeiten. In Leifers, Pfatten und Salurn wählen Italiener stark die SVP. Wichtig sind für uns Unterlandler die Werte und nicht, ob jemand Deutsch oder Italienisch redet.<BR /><BR /><b>Hat Alessandro Urzì die SVP überrumpelt?</b><BR />Mayr: Nein, wir haben im Bezirk bereits am 6. Juli darüber diskutiert. Insider wussten, was auf uns zukommt, nur hoffte die Partei, es abzuwenden und hat einen Deal daraus gemacht, als dies nicht gelang. Wir bekommen mit dieser Sache aber riesige Probleme im Bezirk. Die Leute sind nicht einverstanden. Ich sammle derzeit Parteikarten und bekomme einiges zu hören, denn hier wird über einen Bezirk drübergefahren, das Unterland vergewaltigt. Wir sind ein kleiner SVP-Bezirk, wir haben keinen Vertreter im Landtag, hatten 2022 so darum gekämpft, im Senat eine Chance zu bekommen und waren auch jetzt wieder beim Überlegen, wen man 2027 aufstellen könnte.<BR /><BR /><b>In der Partei wird argumentiert, dass ein Deal mit Rom vorteilhaft wäre. Damit sichert man erstmals auch das heutige Wahlsystem für die Kammer ab und die SVP schickt weiter drei Abgeordnete nach Rom.</b><BR />Mayr: Das wurde mir am Montag beim Treffen der Bezirksobleute auch gesagt. Ich blieb allein mit meiner Position. Manche werden schon denken, wir Unterlandler seien einfältig, denn heutzutage muss man alles mit einem Deal abwickeln. Irgendwann muss man aber an seinen geraden Rücken denken und sagen: Bis hierhin und nicht weiter. Wir werden den Deal nicht verhindern können, aber wir sind damit nicht glücklich und deshalb auch nicht still. <BR /><b><BR />Geht der Deal über die Bühne, so hat ein SVP-Kandidat in diesem Wahlkreis kaum mehr Chancen. Stattdessen könnte 2027 Urzì durchmarschieren. </b><BR />Mayr: Sollte dem so sein, bleibe ich SVP-Bezirksobmann, um gemeinsam mit Mitte-Links alle Kräfte zu mobilisieren, dies zu verhindern. Wir brauchen Autonomisten in Rom. Vorerst aber bleibt meine Hoffnung, dass das neue Wahlgesetz fürs Parlament mit all den Problemen, die es auch im Regierungslager dazu gibt, bis zum Senat nicht zustande kommt. Dann bleibt zum Glück alles, wie es ist.