Dienstag, 18. Februar 2020

Syrien: Die Situation wird immer dramatischer

Einfache Zeltlager, Frauen, Männer und Kinder inmitten klirrender Kälte, Bomben und Krieg: Die humanitäre Lage in Syrien wird immer schlimmer – besonders im Nordwesten des Landes, wo anhaltende Militäroffensiven immer mehr Menschen in die Flucht treiben. Fast 9 Jahre dauert der Bürgerkrieg schon an. Schätzungsweise 380.000 Menschen sind unter Trümmern begraben.

Einfache Zeltlager, Frauen, Männer und Kinder inmitten klirrender Kälte, Bomben und Krieg.
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Einfache Zeltlager, Frauen, Männer und Kinder inmitten klirrender Kälte, Bomben und Krieg. - Foto: © APA/afp / DELIL SOULEIMAN
12 Millionen sind innerhalb und außerhalb der Landesgrenzen auf der Flucht vor Krieg und Gewalt. Die meisten haben alles verloren. 4 von 5 Ortschaften in Syrien sind zerstört, die sanitäre Versorgung ist in weiten Teilen zusammengebrochen. Etwa 1,75 Millionen Kinder können seit Jahren nicht zur Schule gehen. Viele sind auch jetzt, bei kaltem Winterwetter, gezwungen, im Freien zu schlafen. Die Hilfe der Südtiroler Caritas geht weiter.

In knapp einem Monat, am 15. März, beginnt das 10. Bürgerkriegsjahr in Syrien und das Töten geht weiter. Besonders im Nordwesten des Landes ist die Situation der Menschen dramatisch. „Hunderttausende Menschen fliehen von einem Ort zum anderen, verfolgt von Bomben und Gewehrkugeln. 9 Jahre Krieg haben alles zerstört, was sie vorher gekannt haben. Ihre Häuser, Schulen, Krankenhäuser, ja sogar die Landschaften sind verwüstet, die meisten haben Angehörige verloren“, berichtet Fabio Molon, der Leiter des Caritas-Dienstes für globale Verantwortung. Besonders schlimm sei die Situation für die Kinder, die vielfach nichts Anderes als Vertreibung und Flucht kennengelernt haben. „Traumatisiert von der Gewalt und der Not, in der sie leben, und ohne Schulbildung gehen sie einer düsteren Zukunft entgegen“, so Molon.

„Ein Drama folgt dem nächsten“

Die Südtiroler Caritas unterstützt seit Ausbruch des Bürgerkrieges gemeinsam mit lokalen und internationalen Partnerorganisationen 250.000 Menschen in den Grenzgebieten im Libanon und in Jordanien und weitere 80.000 in Syrien. Sie werden mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Decken, Matratzen, Öfen, Brennholz und warmer Winterkleidung versorgt. Zusätzlich organisiert die Caritas Schulunterricht für die Kinder sowie die dringend nötige medizinische und psychologische Betreuung.

„Im Norden Syriens erleben die Menschen derzeit Schreckliches. Ein Drama folgt dem nächsten und verursacht täglich weiteres Leid. Frauen, Männer und Kinder sind die Opfer in einem Krieg, den andere angezettelt haben und seit Jahren weiterführen. Sie brauchen dringend unsere Hilfe“, betont Caritas-Direktor Paolo Valente und bittet um Unterstützung, damit die Menschen in den Flüchtlingscamps weiter mit dem Lebensnotwendigsten versorgt werden können.


stol

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