Donnerstag, 26. September 2019

Täglich 2 Millionen Euro fürs Glücksspiel

Es sind Zahlen, die nachdenklich stimmen: Jeden Tag werden in Südtirol 2 Millionen Euro für Glücksspiele ausgegeben.

In Südtirol werden große Summen für das Glücksspiel ausgegeben.
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In Südtirol werden große Summen für das Glücksspiel ausgegeben. - Foto: © D

Schön säuberlich werden die gespielten Summen und das unweigerlich verlorene Geld beim Glückspiel betreffend das Jahr 2018 für jede Gemeinde einzeln aufgelistet, die Zahlen stammen von der staatlichen Agentur für Zoll und Monopole. Und sie stimmen allemal nachdenklich.

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In Summe wurden 2018 in ganz Südtirol mehr als 700 Millionen Euro für die verschiedenen Arten von Glücksspiel ausgegeben, das sind fast unfassbare 2 Millionen Euro am Tag.

All die Präventionskampagnen, Warnungen von Institutionen, Verbänden und Sanitätsbetrieben sowie persönlichen Dramen scheinen nicht viel zu bewirken.

Klarerweise muss auch dieses gesellschaftliche Phänomen differenziert betrachtet werden, denn gegen Unterhaltung beim Spiel und kurzweilige Zerstreuung ist nichts einzuwenden. Wenn aber hohe Summen regelrecht verzockt werden oder pathologische Abhängigkeiten entstehen, ist Handlungsbedarf angesagt, denn dann ist die Zahl der Leidtragenden hoch.

In der Auflistung der Glücksspielarten rangieren Video-Lotterien mit 172,6 Millionen Euro vorneweg, auch für Rubbellose (21,4 Millionen Euro) und Sportwetten (9,7 Millionen Euro) sind die Beträge beträchtlich. Das klassische Lottospiel oder Pferdewetten spielen in dieser Auflistung eine untergeordnete Rolle.

Nicht alle Südtiroler Gemeinden wurden in der Auflistung erfasst, denn schließlich gibt es nicht überall Annahmestellen oder Glücksspielhallen. Es ist keine Überraschung, dass in den Ballungszentren am meisten gespielt wird, allein in Bozen waren es mehr als 273 Millionen Euro.

In dieser zweifelhaften „Hitliste“ folgen Meran, Bruneck, Brixen und Vahrn. Erstaunlich viel gezockt wurde auch in Sterzing, Neumarkt, Salurn, St. Ulrich und Marling. Ersichtlich sind auch die Glücksspielsummen, die unweigerlich verloren gegangen sind: Im gesamten Land waren es über 135 Millionen Euro – in einem einzigen Jahr.

D/az

stol