Donnerstag, 03. März 2016

Täter zum Schrebergartenmord: "Er wollte mit mir schlafen"

Im Fall des im Vorjahr in seinem Schrebergarten getöteten 59-jährigen Innsbruckers startet am Donnerstag am Landesgericht der Mordprozess gegen den Angeklagten, den zuletzt in Südtirol wohnhaften Agostino Heinrich Kessler (45).

Das Opfer Helmut Herburger (l.) wurde tot aufgefunden. Der Tatverdächtige Agostino Heinrich Kessler (r.) ist wegen Mordes angeklagt.
Das Opfer Helmut Herburger (l.) wurde tot aufgefunden. Der Tatverdächtige Agostino Heinrich Kessler (r.) ist wegen Mordes angeklagt.

Der 45-Jährige soll laut Staatsanwaltschaft sein Opfer mit einem Stein erschlagen haben. Er habe sein Opfer wenige Wochen vor der Tat kennengelernt und mit ihm Freundschaft geschlossen, schilderte der gebürtige Deutsche mit italienischer Staatsbürgerschaft vor Richter Thomas Dampf. 
Da er zu diesem Zeitpunkt keine Unterkunft hatte, habe ihm der 59-Jährige angeboten, dass er in seinem Schrebergartenhaus schlafen können. 

Ende März 2015 war der 59-jährige Helmut Herburger von seinem Sohn als vermisst gemeldet worden. Die Leiche des Mannes wurde von einem Kameramann zufällig bei Dreharbeiten in dem Schrebergarten gefunden, nachdem mehrere Wochen nach dem Mann gesucht worden war (STOL hat berichtet).

Mit in Bozen gestohlenem Auto auf der Flucht

Eine Woche später wurde Agostino Heinrich Kessler - gebürtiger Deutscher mit italienischer Staatsbürgerschaft - schließlich in der Nähe einer Pension in München-Ramersdorf festgenommen, wo er untergetaucht war (STOL hat berichtet). Kessler war mit einem in Bozen gestohlenen Opel Corsa mit dem italienischen Kennzeichen geflohen. 

Wegen eines "sexuellen Annäherungsversuches" erschlagen 

Zum Prozessauftakt sagte Kessler: „An jenem Abend haben wir zusammen einige Bier und Jägermeister getrunken, sowie Joints geraucht“, erzählte der Beschuldigte. „Auf einmal hat er versucht, sich mir sexuell zu nähern und gesagt, dass er mit mir schlafen will.“
Daraufhin habe er das Opfer weggeschubst, dann einen Stein genommen und mehrmals auf dessen Kopf eingeschlagen. „Dann habe ich die Leiche nach draußen gezogen, in einer Mulde eingegraben und Laub drüber gelegt“, so der Angeklagte. Heute wisse er nicht mehr, warum er den Stein genommen und zugeschlagen habe, beteuerte der Beschuldigte. Er wollte den 59-Jährigen aber keinesfalls töten.

Die Katze gefüttert, den Hund ausgesetzt

Nach der Tat war der 45-Jährige noch in das Haus seines Opfers gefahren und hatte dort die Katze gefüttert. „Seinen Hund wollte ich eigentlich mitnehmen, bei Kufstein habe ich ihn dann aber ausgesetzt“, erklärte der Angeklagte. Er war danach nach München geflohen und habe dort in einem billigen Hotel gewohnt, bis ihn die Polizei schließlich festnahm.

stol/apa

stol