Am 22. August findet jährlich der „Tag der Fische“ statt. Weltweit sollen mit diesem Aktionstag Fischarten ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden, die durch Überfischung und Lebensraumverlust in ihren Beständen bedroht sind. <BR /><BR />Daher nimmt der Fischereiverband Südtirol heuer diesen Tag zum Anlass, um den Koordinator des Aquatischen Artenschutzzentrums, Daniel Eisendle, auszuzeichnen - auch stellvertretend für alle Mitarbeiter der Einrichtung, die durch ihre wertvolle Arbeit für den Erhalt gefährdeter Fisch- und Krebsarten in Südtirol sorgen. <h3> Wie steht es um Südtirols Fische?</h3>Bäche, Flüsse, Seen und Feuchtgebiete gehören weltweit zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen. Das wirkt sich auch auf die Fische und deren Bestandsdichten aus. Verbaute und eingeengte Gewässer, die Wasserkraftnutzung, landwirtschaftliche Ableitungen sowie diffuse Einleitung von Schadstoffen, eine erhöhte Präsenz von Fischräubern, die Ausbreitung invasiver Arten und vieles andere mehr machen der Fischfauna vielerorts zu schaffen.<BR /><BR />Kurzfristig ist es nicht möglich, all diese Probleme zu beseitigen, so dass sich die Fischpopulationen von selbst wieder erholen könnten. Daher sind einige heimische Fischarten in Südtirol auf menschliche Unterstützung angewiesen. Dieser Aufgabe hat sich das Aquatische Artenschutzzentrum in Schenna bei Meran verschrieben, das aus der ehemaligen Landesfischzucht hervorgegangen ist.<BR /><BR />Seit der Neuausrichtung im Jahr 2016 widmet es sich ausschließlich der Förderung heimischer aquatischer Arten und setzt dabei konsequent auf „Klasse statt Masse“. Mit einer klassischen Fischzucht hat das Artenschutzzentrum heute somit nur mehr sehr wenig zu tun.<h3> Vorbereitung auf die „raue Wildnis“</h3>Für die Vermehrung der in der Anlage gehaltenen Arten werden lediglich aus Naturgewässern stammende Elterntiere genutzt, welche vorab und individuell auf ihre genetische Integrität untersucht werden. Deren Nachkommen werden dann unter möglichst naturnahen Lebensraum- und Fütterungsbedingungen gehalten. Anstatt große Fischmengen zu produzieren, wird durch die innovative Herangehensweise die genetische Vielfalt gefördert und einer Domestizierung der Fische vorgebeugt. Das Aquatische Artenschutzzentrum versucht also die Bedingungen in der Natur so gut als möglich nachzustellen, um die Fische besser auf die „raue Wildnis“ vorzubereiten.<BR /><BR />Auf industrielles Fischfutter wird beispielsweise weitgehend verzichtet – die Fische erhalten stattdessen vorwiegend lebendige oder aufgetaute Fische, Insekten, Krebstierchen und Würmer, die zum Teil selbst produziert werden.<BR /><BR />Obwohl das Aquatische Artenschutzzentrum vor allem für seine Bemühungen zum Erhalt und zur Förderung der Marmorierten Forelle und der Adriatischen Äsche bekannt ist, sind auch Projekte zur Unterstützung verschiedener heimischer Kleinfische sowie des Dohlenkrebses ein Bestandteil seiner Arbeit.<h3> Erste Erfolge bestätigen den eingeschlagenen Weg</h3>Erste Erfolge der Neuausrichtung sind bereits sichtbar. Die Fischpopulation in der Etsch zwischen Laas und Kastelbell wurde vor 4 Jahren durch einen massiven Murgang aus dem Laaser Tal nahezu ausgelöscht. Nun weist dieser Abschnitt infolge mehrerer Besätze durch das Artenschutzzentrum wieder eine solide Population an genetisch reinen Marmorierten Forellen auf.