Freitag, 28. September 2018

Tag der Sozialberufe: Dokumentation der Pflege essentiell

Ob im Altersheim oder bei der Pflege zuhause: Überall dort, wo Betreuung- und Pflegeleistungen erbracht werden, muss eine begleitende Dokumentation erfolgen. Um dieses Thema ging es am Freitag, dem Tag der Sozialberufe.

Foto: br
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Die Dokumentation sei als Informationsinstrument für die Betreuungs- und Pflegeberufe nicht mehr wegzudenken, erklärten die Vorsitzende des Landesverbands der Sozialberufe Kathrin Huebser und die Geschäftsführerin Marta von Wohlgemuth am Freitag.

Die Dokumentation sei eine Tätigkeit, die zwar als notwendig erachtet, jedoch oft als Belastung erlebt würde.  Dies liege vor allem daran, dass sich die Anforderungen an die Dokumentation mit dem Einzug einer betriebswirtschaftlichen Orientierung in die Betreuungs-und Pflegearbeit verändert hätte.

„Sie ist aufwendiger und zum Mittel mehrerer Zwecke geworden, hat an sozialpolitischer und ökonomischer Bedeutung gewonnen und sich damit auch in ihrer Gestaltung geändert“, so Huebser und Wohlgemuth.

Das Dokumentieren von pflegerischen und betreuerischen Leistungen sei mittlerweile nicht nur aus rechtlicher und arbeitsorganisatorischer Sicht wichtig, sondern auch eine wesentliche Voraussetzung Qualitätssicherung und auch ein Nachweis für gelebte Qualität.

Es reiche nicht aus, geplante oder durchgeführte Betreuungs- und Pflegemaßnahmen aufzulisten und abzuhacken. „Vielmehr müssen Art und Umfang der Leistung aus der Situation heraus begründbar sein und erfordern Antworten auf mögliche Fragen und Folgen des  Handelns“, so die Expertinnen.

Erschwerend kommt hinzu: Für die Hauspflege in Südtirol fehle immer noch ein landeseinheitliches Dokumentationssystem. 

Dokumentation sei weit mehr als eine rein administrative Tätigkeit: Sie beinhaltet eine Informationssammlung und -vermittlung, die Versprachlichung von Eindrücken, Beobachtungen und Erzählungen, ist eine Grundlage für Entscheidungen und Handlungsschritte, für Reflexion und Evaluation und ist somit wichtiger Bestandteil ganzheitlicher Pflege und Betreuung.

„Für den Umgang mit Dokumentation gerade in der Sozialen Arbeit ist es wichtig, sich immer auch der Interessen und Zwecke bewusst zu sein, die hinter der Dokumentation stehen. Nur dadurch wird es möglich, so zu dokumentieren, dass die Bedürfnisse und Interessen der Betroffenen Berücksichtigung finden“, so Huebser und Wohlgemuth.

stol

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