Samstag, 10. September 2016

Tag der Suizidprävention: 800.000 Selbstmorde jährlich weltweit

Am heutigen Samstag wird weltweit der Tag der Suizidprävention begangen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich 800.000 Menschen durch Suizid – einer alle 40 Sekunden. Die Zahl der Versuche liegt 25 Mal höher. Auch Südtiroler Organisationen wie Caritas und Young+Direct versuchen zu sensiblisieren.

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Symbolfoto - Foto: © shutterstock

Depressionen oder andere psychische Erkrankungen sind laut der Stiftung Deutsche Depressionshilfe die Hauptursachen. Der Anteil psychiatrischer Erkrankungen an Suiziden ist nach DGS-Angaben aber methodisch nur sehr schwierig zu erheben.

Der DGS zufolge steigt die Suizidrate mit dem Lebensalter. Nur etwa 150 bis 250 Menschen pro Jahr, die sich das Leben nehmen, sind jünger als 18 Jahre. 

Die Caritas in Südtirol nimmt dies zum Anlass, um auf die schwierige Situation der Hinterbliebenen aufmerksam zu machen.

„Trauer nach dem Verlust eines lieben Menschen durch Suizid ist besonders schwer zu bewältigen“, weiß der Leiter der Caritas Hospizbewegung Günther Rederlechner aus langjähriger Erfahrung, „Selbstvorwürfe, Schuldgefühle, Scham und oft auch das Unverständnis von außen machen einen natürlichen Trauerprozess fast unmöglich“. Das zeigt sich auch in der Caritas Telefonseelsorge, wo dieses Thema häufig von den Anrufenden angesprochen wird.

„Allein mit dem selbstgewählten Tod eines Lebenspartners, eines Kindes, einer Mutter, eines Vaters oder eines Freundes fertig zu werden, ist schwierig. Die Trauernden brauchen in so einer Situation eine Möglichkeit, sich auszusprechen, damit sie ihrem Schmerz, ihrer Scham und oft auch ihrem Zorn Ausdruck verleihen können“, bestätigt Silvia Moser, die Leiterin der Telefonseelsorge. Beide Caritas-Dienste, Hospizbewegung und Telefonseelsorge, bieten Hilfe und Beistand an.

Jugendliche denken über Suizid nach

Nicht nur Erwachsene, sonder auch viele Jugendliche denken über Suizid nach. Problematisch wird es, wenn Todesphantasien zu einer fixen Idee werden. Young+Direct, die Jugendberatungsstelle des Südtiroler Jugendringes bietet jungen Menschen kostenlos und niederschwellig Hilfe an.

„Wenn es Jugendlichen schlecht geht, dann taucht auch manchmal der Gedanke an den Tod als Ausweg auf“, so Michael Reiner, Leiter der Jugendberatungsstelle Young+Direct. 

Die meisten schaffen es, dann wieder auf andere Gedanken zu kommen. Es kommt jedoch auch in jungen Jahren vor, dass man an solchen Phantasien hängen bleibt. Depressive oder besonders labile Jugendliche, die über längere Zeit das Gefühl haben, mit der Welt nicht mehr zurecht zu kommen, flüchten sich häufig in diese Gedanken und können sie nicht mehr abschalten. 

Sowohl Erwachsene als auch Jugendliche, die Suizidabsichten äußern oder bei denen man solche vermutet, sollten darauf angesprochen werden. Es ist wichtig, diesen Menschen die Möglichkeit zu geben, über ihre Suizidgedanken und die zu Grunde liegenden Probleme zu reden und sie dabei zu unterstützen, sich Hilfe zu holen, wie es bei Young+Direct möglich ist. 

stol

stol