Donnerstag, 10. September 2020

Tag der Suizidprävention: „Wachsames Auge auf unsere jungen Leute werfen“

Dem heutigen Welttag der Suizidprävention sollte besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. „In Südtirol nimmt sich im Durchschnitt fast jede Woche eine Person das Leben und jeden Tag unternehmen ein bis 3 Menschen einen Selbstmordversuch“, so Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller. Gefährdet seien vor allem psychisch Kranke, insbesondere solche, die an Depressionen leiden, und Suchtleidende. Aber auch junge Menschen zählen zu den Risikogruppen.

Auch junge Menschen können eine schwierige und dunkle Phase durchmachen und aus diesem Grund zu den so genannten Risikogruppen gehören.
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Auch junge Menschen können eine schwierige und dunkle Phase durchmachen und aus diesem Grund zu den so genannten Risikogruppen gehören. - Foto: © shutterstock
Die Selbstmordgefahr steigt auch bei Menschen, die sich in einer Krisenzeit befinden. Auch junge Menschen können eine schwierige und dunkle Phase durchmachen und aus diesem Grund zu den so genannten Risikogruppen gehören“, sagt Höller, die auch die Notwendigkeit unterstreicht, offen und ohne Tabus über dieses Thema zu sprechen: Selbstmord ist ein komplexes Phänomen, aber man kann vorbeugen.

Gesellschaft muss aufmerksam sein und reagieren

Im Rahmen ihrer Präventions- und Sensibilisierungstätigkeit wendet sich die Kinder- und Jugendanwältin an das ganze Land und fordert die Gesellschaft auf, ein wachsames Auge auf unsere Mädchen und Jungen zu haben.

„Teenager werden manchmal mit sehr belastenden Momenten konfrontiert. Es handelt sich um Missverständnisse in der Familie, Streitigkeiten mit Freunden, Mobbing und Cybermobbing, schulische Schwierigkeiten. Es ist wichtig, mit jungen Menschen zu sprechen, einen offenen Dialog zu führen, ihren Anliegen zuzuhören. Jedes Alter bringt seine Herausforderungen mit sich, machen wir nicht den Fehler, die Hindernisse, mit denen Mädchen und Jungen konfrontiert sind, herunterzuspielen.“




Netzwerk Suizidprävention 2017 gegründet

Um dem Phänomen Suizid besser begegnen zu können und das vorhandene Fachwissen zusammenzuführen, wurde 2017 auf Landesebene das Netzwerk Suizidprävention gegründet. Ziel des Netzwerks ist es, die Suizidprävention zu verbessern, indem es versucht, bereits bestehende Angebote und Dienstleistungen sichtbarer zu machen und Menschen, die zu Selbstmordversuchen neigen, und ihren Familien gezielt Hilfe zu leisten.

Das Netzwerk besteht aus mehr als 20 Partnern aus dem öffentlichen und gemeinnützigen Bereich und wird von der Caritas, der EOS Genossenschaft, dem Forum Prävention, Telefono Amico, von Vertretern der psychiatrischen und psychologischen Dienste, der Freien Universität Bozen, der Notfallseelsorge sowie der Deutschen und Italienischen Bildungsdirektion koordiniert. Im Jahr 2019 trat auch Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller dem Netzwerk bei.

„Kinder und Jugendliche müssen über die Dienste im Lande informiert werden, die sie in einem schwierigen Moment unterstützen können. In diesem Zusammenhang möchte ich an ein Zitat aus der Harry-Potter-Saga erinnern, die sich gerade bei jungen Menschen großer Beliebtheit erfreut: „Freude kann man selbst in Zeiten der Dunkelheit finden. Man darf bloß nicht vergessen ein Licht leuchten zu lassen“, so Höller abschließend.

Wenn die Verzweiflung wächst und der Lebenswille schwindet: Holen Sie sich Hilfe!

Notfalldienste


Notrufnummer 112
Notfallpsychologie rund um die Uhr erreichbar unter 366 6209403

Bei psychischen Krankheiten oder schwersten Krisen:

Psychiater vom Dienst, telefonisch über die Telefonzentralen der Krankenhäuser von Bozen 0471 908111, Meran 0473 263333, Brixen 0472 812111 und Bruneck 0474 581111 verlangen.

Niederschwellige Beratungsdienste:

Telefonseelsorge 0471 052052 rund um die Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen erreichbar und onlineberatung www.telefonseelsorge-online.bz.it, deutschsprachig

Italienischsprachige Hotline:

Telefono amico 02 23272327 tutti i giorni 10.00-24.00 Uhr , WhatsApp 345 0361628 dalle 18 alle 21, www.telefonoamico.it,

Für Jugendliche:
Young and direct 0471/1551551, E-Mail [email protected]; Whatsapp 3450817056

Für Informationen und Beratungen zu den Rechten von jungen Menschen oder zu Situationen, in denen sie betroffen sind, können Sie sich vertraulich und kostenlos an die Kinder- und Jugendanwaltschaft wenden.

Sie finden diese in der Cavourstraße 23/c in Bozen, die Sie telefonisch unter 0471 946050 oder per E-Mail unter [email protected] erreichen können.


stol