Montag, 21. März 2022

„Tag der Trauer“ – Ermittlungen nach Todesfahrt in Belgien

Schreckliches Ende einer Karnevalsveranstaltung: In Belgien starben am Sonntag mindestens 6 Menschen, als ein Autofahrer in eine Menschengruppe fuhr. Hinweise auf eine terroristische Tat gibt es zunächst nicht.

Die Ermittlungen laufen nun auf Hochtouren. - Foto: © APA/afp / NICOLAS MAETERLINCK

Ein Auto rast bei einer Karnevalsveranstaltung in Belgien in eine Menschenmenge. 6 Menschen sterben, von den 37 Verletzten schweben 10 zeitweise Lebensgefahr.
Wie konnte es dazu kommen? Diese Frage beschäftigt am Tag nach der Katastrophe in der Gemeinde Strépy-Bracquegnies die Bevölkerung und die Ermittler.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Sonntagabend sollte an diesem Montag feststehen, ob die 2 im Auto festgenommenen Menschen unter Alkohol- und Drogeneinfluss standen. Sie kamen nach ersten Ermittlungen vom Tanzen und hatten kurz vor dem Unglück eine dritte Person abgesetzt.

Bereits am Sonntagvormittag hatte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz gesagt, dass es keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe. Seinen Angaben zufolge kommen beide Personen aus der Region. Sie waren den Behörden bislang nicht bekannt und sind 1988 beziehungsweise 1990 geboren worden.

Die wallonische Gemeinde Strépy-Bracquegnies gehört zur Stadt La Louvière und liegt etwa 40 Kilometer südwestlich von Brüssel. Zuletzt hatte sie knapp 9000 Einwohner. Nach Angaben des Bürgermeisters Jacques Gobert waren am Sonntagmorgen etwa 150 bis 200 Menschen beim „Ramassage des Gilles“ dabei gewesen. Dabei wird von Haus zu Haus gezogen, um sich für den Karneval zu sammeln.

Der belgische Premierminister Alexander De Croo äußerte Anteilnahme und sprach von „schrecklichen Neuigkeiten“ aus Strépy-Bracquegnies. Er besuchte am Sonntagnachmittag gemeinsam mit König Philippe und Prinzessin Elisabeth den Unglücksort. „Das hätte nach einer schweren Zeit ein Tag zum Feiern werden sollen“, sagte De Croo mit Blick auf die Corona-Pandemie. „Er ist zu einem Tag der Trauer geworden.“

dpa/stol

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