Die Tagung „Vulnerable Familien: Auf dem Weg zum Präventions- und Unterstützungssystem“ bildete den Abschluss des dreijährigen Projekts P.I.P.P.I. in Südtirol. Mit P.I.P.P.I. sollen Familien, die bei der Erziehung und Betreuung ihrer Kinder fragil sind, frühzeitig mit einer Reihe von Dienstleistungen und Netzwerkmaßnahmen unterstützt und begleitet werden – um zu verhindern, dass von Vernachlässigung bedrohte Kinder vorübergehend aus ihren Herkunftsfamilien entfernt werden müssen.<BR /><BR /> In den vergangenen drei Jahren wurden verschiedene Maßnahmen untersucht und erprobt und gestern die Ergebnisse vorgestellt. In ihrem Vortrag „Von der Verletzlichkeit zum Recht auf Begleitung für Kinder und Eltern“ betonte Prof. Milani, wissenschaftliche Referentin des P.I.P.P.I.-Programms, die Notwendigkeit, Erkenntnisse der Wissenschaft in die praktische Arbeit mit den Familien einfließen zu lassen. Genau dies passiere bei P.I.P.P.I.. Während, wie man heute wisse, Vernachlässigung eine gesunde Entwicklung der Kinder maßgeblich hemme, zeige die Wissenschaft auch Mittel und Wege auf, die Resilienz der Kinder zu stärken. <BR /><BR />Prof. Milani ordnete das Projekt dabei auch in einen ethisch-moralischen Rahmen ein, der schlussendlich auf ein Recht der Betroffenen auf eine begleitende Unterstützung münde. Zu den weiteren Referenten der Tagung zählte auch Francesca Maci von der Uni Parma (Mitglied der wissenschaftlichen Gruppe des P.I.P.P.I.-Programms). Auch sie betonte die Bedeutung einer Einbindung der Familien, denn eine echte Veränderung gebe es nur durch echte Teilhabe am Prozess.