Freitag, 01. Juli 2016

Taiwan startet irrtümlich Schiffsabwehr-Rakete

Eine offenbar versehentlich abgefeuerte taiwanische Schiffsabwehr-Rakete hat auf einem Fischkutter in der Meerenge zwischen China und Taiwan einen Menschen getötet und zwei weitere verletzt. Wie die Marine des asiatischen Landes am Freitag mitteilte, durchschlug die Rakete den taiwanischen Trawler „Hsian Li Sheng“ ohne zu explodieren. Der Kutter sei nicht gesunken.

Der Fischkutter, der von der taiwanesischen Rakete getroffen wurde, wurde zwar zerstört, ging aber nicht unter. Der Kapitan starb bei dem Zwischenfall.
Der Fischkutter, der von der taiwanesischen Rakete getroffen wurde, wurde zwar zerstört, ging aber nicht unter. Der Kapitan starb bei dem Zwischenfall. - Foto: © APA/AFP

Bei den Toten handle es sich um den Kapitän sowie ein vietnamesisches und ein philippinisches Besatzungsmitglied. Die Rakete, eine Flugzeugträgerabwehrrakete vom Typ Hsiung-feng III mit einer Reichweite von 300 Kilometern, wurde den Angaben zufolge während einer Übung von einem in dem südlichen Marinestützpunkt von Tsoying liegenden Kriegsschiff in Richtung China abgefeuert.

Die Gründe waren zunächst unklar, es wurde jedoch menschliches Versagen vermutet.

Politische Spannungen mit China könnten sich weiter verschärfen

Der Vorfall in der Taiwan-Straße, einer 180 Kilometer breite Meerenge zwischen der chinesischen Westprovinz Fujian und der Insel Taiwan, könnte zu weiteren politischen Spannungen zwischen Taiwan und der Volksrepublik China führen.

China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und hat wiederholt mit dem Einsatz von Waffengewalt gedroht, sollte die Insel ihre Unabhängigkeit erklären. Hinzu kommt ein Territorialstreit im Südchinesischen Meer. China beansprucht praktisch das gesamte Meeresgebiet und liegt daher im Konflikt mit den ASEAN-Staaten Philippinen, Vietnam, Brunei und Malaysia sowie mit Taiwan.

apa/afp

stol