Freitag, 22. April 2016

Talfer „renaturiert“: Doch das macht den Bach für viele zur Falle

Die Arbeiten sind abgeschlossen, die Talfer ist „renaturiert“. Für Fische wird der Bach dadurch zunehmend zum Lebensraum. Für die Menschen immer öfter zur Falle.

Die Einsätze häufen sich: In jüngster Vergangenheit saßen immer wieder Menschen in der Talfer fest. - Foto: Berufsfeuerwehr
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Die Einsätze häufen sich: In jüngster Vergangenheit saßen immer wieder Menschen in der Talfer fest. - Foto: Berufsfeuerwehr

Personen, die in der Talfer festsitzen. Bilder, die zur Gewohnheit werden. Anfang April haben die Wassermassen eine Oberschülerin beim Fotografieren in der Talfer überrascht. Mitte April erging es vier Mädchen genauso. Mehrmals rückte die Wasserrettung der Berufsfeuerwehr in jüngster Vergangenheit aus, um Menschen aus der Talfer zu retten.

Fragt man nach dem Warum, muss weiter ausgeholt werden: Das Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung der Agentur für Bevölkerungsschutz hat die Renaturierung der Talfer im Stadtbereich von Bozen abgeschlossen. Im Zuge der Arbeiten wurden die bestehenden Sperren so umgestaltet, dass nun Fische und andere Wasserlebewesen vom Eisack in die Talfer aufsteigen und diese als Laichplatz und Rückzugsgebiet nutzen können.

Die Gefahr im Bachbett der Talfer wurde durch die Arbeiten der Agentur für Bevölkerunsgschutz entschärft. - Foto: LPA

 

„Neben der Verbesserung in ökologischer Hinsicht konnte mit dem Umbau der Sperren auch eine Gefahrensituation für Mensch und Tier entschärft werden“, schreibt das Land in einer Aussendung. Denn: "Unterhalb der ehemaligen Sperren ereigneten sich immer wieder schwere Unfälle, da Personen in die gefährlichen Wasserstrudel geraten sind und sich nicht mehr daraus befreien konnten", erklärt Rudolf Pollinger, Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz, in der Mitteilung.

Menschen sonnen sich im Bachbett

Seit der Umgestaltung der Talfer halten sich nun öfters Personen im Bachbett auf und genießen auf den Schotterbänken und einzelnen großen Steinen die Frühlingssonne.

Doch: Durch den Schwallbetrieb des weiter oben liegenden Kraftwerks, also den plötzlichen Anstieg des Wasserspiegels, haben es manche Personen nicht mehr rechtzeitig ans Ufer geschafft und mussten von der Wasserrettung und der Feuerwehr gerettet werden.

Land: Das Bachbett ist nach wie vor ein gefährlicher Bereich

Diese abrupten Wasserschwankungen treten mehrmals täglich auf und ereignen sich in kürzester Zeit, heißt es in der Aussendung des Landes. In kurzer Zeit ansteigen könnte der Wasserspiegel auch durch Regenfälle im Oberlauf der Talfer, die in Bozen nicht bemerkt werden. Die Besucher der Talferwiesen und die vielen Hundeführer sollten nicht vergessen, dass das Bachbett selbst immer noch ein gefährlicher Bereich mit stark schwankender Wasserführung ist, betont Pollinger.

stol

stol