„Dennoch hat sie entschieden, den Gipfel des Cho Oyu zu besteigen“, erzählte ihre Mutter Margareth Lunger den „Dolomiten“.Wie berichtet, ist der in Wolkenstein wohnhafte Extrembergsteiger Walter Nones (38) am Sonntag am Cho Oyu ums Leben gekommen. „Es war hart, hat Tamara erzählt, aber es hat ihr gut getan, helfen zu können. So könne sie das Ganze leichter verarbeiten“, erzählt Tamaras Vater Hansjörg Lunger. Dieser Unfall habe Tamara sicher auch die Gefahren der Natur auf dieser Höhe erneut klar vor Augen geführt und sie auf den Boden der Tatsachen geholt. Nones sei rund 500 Meter tief abgestürzt, daher habe er viele Verletzungen aufgewiesen, hat Tamara am Telefon erzählt. „Tamara hat den Leichnam von Walter Nones mit den zwei Freunden von Nones ein ganzes Stück heruntergetragen, dann haben die Sherpas geholfen, den Toten ins Basislager zu bringen“, erzählt Hansjörg Lunger. Am Montag hat Tamara ihre Eltern aus dem Basislager des Cho Oyu angerufen. „Sie sagte, sie wolle am Dienstag (also gestern, Anm. d. Red.) mit einem Mexikaner und einem Amerikaner versuchen, den Gipfel zu erreichen. Am 8. Oktober möchte sie am Gipfel stehen“, erzählte ihre Mutter. Den ursprünglichen Plan, eine neue Route auf den Cho Oyu zu versuchen, habe Tamara vor kurzem aufgegeben, so sei sie auch ungeplanterweise im selben Basislager wie Nones, Macaluso und Nocker gewesen. „Auf der anderen Seite war unglaublich viel Schnee. Jetzt hat der Unfall von Walter Nones alles ein bisschen durcheinander gebracht“, erzählt Margareth Lunger. Tamara sei bereits vor einigen Tagen nach dem 6000-er-Gipfel mit den Skiern auf 7550 Metern Höhe am Cho Oyu gewesen – allein. „Sie ist dann umgekehrt. Es war sehr, sehr kalt, hat sie erzählt und es war ihr doch etwas unheimlich“, sagt Tamaras Mutter. Den Plan, den Shisha Pangma zu besteigen, habe Tamara aufgegeben. Sorgen mache sich eine Mutter natürlich immer, sagt sie. „Man weiß schließlich, was passieren kann. Aber ich bin positiv eingestellt, Tamara wird das schon machen. Natürlich: Ein Restrisiko bleibt“, sagt Margareth Lunger. Wie es Tamara am Cho Oyu ergeht, wird man wohl erst in einer Woche wissen: Sie wird sich erst wieder aus Kathmandu melden. Ihr Satellitentelefon hat sie nämlich Giovanni Macaluso und Manuel Nocker überlassen. So können diese die Überführung des Leichnams besser organisieren und die Verbindung mit der Heimat einfacher aufrecht erhalten. Das Telefon des Trios hatte Walter Nones bei sich. Es ging bei seinem Absturz zu Bruch.Die Überführung des Leichnams von Walter Nones in die Heimat wird wohl einige Zeit in Anspruch nehmen. Die üblicherweise recht gut informierte Internetseite montagna.tv gab gestern einen Zeitrahmen von etwa zehn Tagen an. Nones' Frau Manuela hatte gestern keine neuen Nachrichten – zumindest keine, die sie mit der Öffentlichkeit teilen wollte. Sie kümmert sich derzeit um ihre beiden kleinen Söhne Patrik und Erik, welche erst verstehen müssen, dass ihr Vater Walter nicht mehr zurückkommt.uli/D