Freitag, 18. März 2016

Tamara Lungers nächstes Ziel: der Mount Everest im Winter

Gerade drei Wochen ist es her, dass Tamara Lunger als erste Frau den Nanga Parbat im Winter besteigen wollte. Ging dieser Plan für die Extrembergsteigerin aus Gummer auch nicht ganz auf, so hat sie sich bereits ein nächstes, noch viel höheres Ziel gesetzt.

tamara Lunger will wiederum mit Simone Moro aufbrechen.
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tamara Lunger will wiederum mit Simone Moro aufbrechen.

Tamara Lunger will hoch hinaus. Das ist für eine Extrembergsteigerin nichts wirklich verwunderliches - und doch schafft es Lunger immer wieder, besondere Touren und Expeditionsziele zu finden. Vor allem sind es Ziele, die noch nie zuvor in dieser Form erreicht worden sind. 

Am Nanga Parbat (8125 m) sollte es nicht sein

So wollte Lunger Ende Februar mit Bergkollege Simone Moro, dem Wahlbozner aus Bergamo, den Gipfel des neunthöchsten Berges der Welt erklimmen - und zwar bei einer Winterbesteigung. Das hatte zuvor noch niemand geschafft. Mit 7.875 Höhenmetern hatten polnische Bergsteiger die bislang höchste Quote 1997 erreicht. 

Bis 70 Meter unter dem Gipfel sah es auch vielversprechend aus, doch dort scheiterte Tamara Lungers Plan und Wunsch, als erste Frau überhaupt den Nanga Parbat im Winter zu entern. Simone Moro indes erreichte den Gipfel begleitet von zwei weiteren Alpinisten (STOL hat berichtet)

"Ich bin verdammt stolz auf meine Musketiere", schrieb Lunger vor einigen Tagen. Sie selbst sei "glücklich und sehr stolz auf meinen Fast-Nanga-Gipfel im Winter! Ohne wenn und aber." Die Entscheidung, kurz unterhalb des Gipfels umzukehren, sei die richtige gewesen. 

"Wenn ich nicht darauf verzichtet hätte, wäre ich heute nicht hier", ist sich Lunger nach einem "Flash am Berg" - wie sie es nennt - sicher. Dann hätte sie die Expedition nicht überlebt. Entscheidend für sie sei, dass es das Team auf den Gipfel geschafft hatte. Die Akte Nanga Parbat ist damit ad acta gelegt, "denn es gibt sonst noch so viele Berge, um sich auf den einen zu versteifen."

Am Mount Everest (8848 m) soll es glücken

Und so haben Moro und sie bereits den nächsten im Visier. Und es ist nicht irgendeiner - diesmal ist es der höchste aller Berge. Noch nie ist der Mount Everest (8848 m) im Winter ohne Sauerstoff bestiegen worden (1980 wurde die erste Winterbesteigung mit Zuhilfenahme von Sauerstoff verzeichnet). Dies ist nun das neue Ziel der zwei Extrembergsteiger. In ungefähr zwei Jahren wollen sie die Expedition angehen. 

"Der Berg ist alles für mich. Nach der ersten Nacht daheim habe ich aus Nostalgie geweint. Am Berg bin ich zuhause", sagt Lunger nach der Rückkehr vom Nanga Parbat. Am Berg könne sie so intensiv leben, wie sonst nirgends. 

stol/ker

stol