Mittwoch, 30. März 2016

Tarfusser entlastet Durnwalder: "Nichts Illegales festgestellt"

Der ehemalige Oberstaatsanwalt und heutige Richter Cuno Tarfusser hat am Mittwoch den Zeugenstand im Sonderfonds-Prozess betreten. Die Verteidigung erhoffte sich durch seine Aussagen vor allem eines: Eine Entlastung für Alt-Landeshauptmann Luis Durnwalder.

Am Mittwoch hat Cuno Tarfusser vor Gericht im Sonderfonds-Prozess ausgesagt.
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Am Mittwoch hat Cuno Tarfusser vor Gericht im Sonderfonds-Prozess ausgesagt. - Foto: © STOL

Während der Anhörung, die um 11 Uhr begann, erklärte Tarfusser, er habe bereits 1994 eine Untersuchung eingeleitet, um zu überprüfen, ob die Fraktionsgelder der SVP rechtmäßig eingesetzt werden.

"Es ging um eine Rückerstattung von 10 Millionen Lire an jeden Regionalratsabgeordneten der SVP mit Geldern der Fraktion", erklärt Tarfusser im Interview. 

Dies sei der Stein des Anstoßes gewesen, der ihn heute, mehr als 20 Jahre später, erneut nach Bozen führt. Denn im Zuge der Ermittlungen kam auch die Existenz der Sonderfonds ans Licht.

"Natürlich haben wir dann nachgefragt, was es mit dem auf sich hat", erinnert sich der Richter nach seinem Gerichtstermin in Bozen am Mittwoch. Tarfusser habe anschließend jedoch keine weiteren Schritte unternommen: "Ich hätte nichts entdeckt, das nicht rechtmäßig gewesen wäre."

In Bezug auf Spenden für Maturabälle habe Tarfusser auch mit Politikern darüber gesprochen: "Ich habe sie etwas gefoppt und sagte, sie hätten es leicht, denn sie müssten das nicht aus der eigenen Hosentasche bezahlen. Als anrüchig habe ich es aber nicht empfunden", so Tarfusser.

stol/liz

stol