Mittwoch, 17. März 2021

Taucher finden das Handy von Mordopfer Laura Perselli

Die Fahnder hatten richtig vermutet: Benno Neumair hat das Handy seiner ermordeten Mutter in Bozen in den Eisack geworfen. Taucher der Carabinieri fanden das Gerät 50 Meter südlich in der Nähe der Rombrücke. Auf dem Geländer der Etsch-Brücke bei Pfatten könnte ein weiteres Beweisstück entdeckt worden sein.

An der richtigen Stelle gesucht: Die Spezialtaucher der Carabinieri entdeckten das Handy von Laura Perselli.
Badge Local
An der richtigen Stelle gesucht: Die Spezialtaucher der Carabinieri entdeckten das Handy von Laura Perselli. - Foto: © DLife_DF
Die Beweislast gegen Benno Neumair, dem vorgeworfen wird, am 4. Jänner seine Eltern Peter Neumair (63) und Laura Perselli (68) getötet und ihre Leichen beseitigt zu haben, wiegt immer schwerer. Immer noch finden die Ermittler objektive Beweise, die sein Geständnis weiter untermauern.

Wie berichtet, hatte er eingeräumt, die leblosen Körper seiner Eltern am Abend des Mordes in die Etsch geworfen zu haben. Die Spurensicherer hatten das Geländer der Brücke genau unter die Lupe genommen und waren fündig geworden. Sie entdeckten dabei 3 winzige blutige Papierschnitzel in einer Fuge des Metallgeländers.

Möglichweise befand sich eine Blutspur eines Opfers am Geländer, und der Täter hatte es abgewischt, oder er hatte sich vielleicht selbst verletzt, als er die Körper dem Fluss überantwortete. Die Papierschnitzelchen waren jedenfalls in der Fuge hängen geblieben. Sie wurden gesichert und werden derzeit zusammen mit rund 80 weiteren Fundstücken bzw. Beweismitteln untersucht.

Gibt das Gerät noch Informationen her?

Seit dem Wochenende haben die Fahnder ein weiteres Glied in der Beweiskette: Die Taucher der Spezialeinheit der Carabinieri aus Genua haben den Eisack nahe der Rombrücke mit Metalldetektoren nach Laura Persellis Handy absucht. Überwachungskameras hatten Benno Neumair wie berichtet gefilmt, wie er das Handy bei der Brücke abgelegt hatte, um zu simulieren, dass sich seine Mutter in der Gegend aufgehalten habe.

Stunden später hatte er es den Erhebungen zufolge wieder abgeholt und – wie er selbst eingeräumt haben soll – entsorgt. Die Ermittler gingen davon aus, dass er dies gleich in der Nahe getan habe – und sie sollten Recht behalten. Rund 50 Meter südlich der Rombrücke wurde das Gerät am Sonntag aus dem Eisack gefischt. Welche Informationen ihm nach so langer Zeit im Wasser noch entlockt werden können, wird sich zeigen.

rc