Donnerstag, 23. Mai 2019

Tausche Schule: Schüler auf Wanderschaft

In der Euregio-Mobilitätswoche wechseln Schüler aus Südtirol mit jenen aus Nord- und Osttirol sowie aus dem Trentino für eine Woche ihre Schule.

Nach der Waldarbeit ist Kettenschleifen angesagt. Der Kurs Forstwirtschaft ist mit 36 Teilnehmern der bestbesuchte. Das Interesse auch der Südtiroler Schüler an Techniken wie der Seilkranbringung ist groß. Foto: Land Tirol/Entstrasser-Müller
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Nach der Waldarbeit ist Kettenschleifen angesagt. Der Kurs Forstwirtschaft ist mit 36 Teilnehmern der bestbesuchte. Das Interesse auch der Südtiroler Schüler an Techniken wie der Seilkranbringung ist groß. Foto: Land Tirol/Entstrasser-Müller

275 landwirtschaftliche Schüler aus dem österreichischen Bundesland Tirol sowie aus Südtirol und dem Trentino begeben sich im Rahmen der Euregio-Mobilitätswoche auch heuer wieder auf Wanderschaft und wechseln für eine Woche ihre Stammschule, um dort verschiedenen Fachbereiche und Techniken sowie neue Leute kennenzulernen.

Angeboten wird fast alles, was die Berglandwirtschaft in der Euregio an Produktionssparten und Handwerk anzubieten hat. Das Kursprogramm reicht vom Maskenschnitzkurs in Rotholz über die Kuhglockenherstellung im Südtiroler Dietenheim, den Almsennerkurs oder die Imkerei in Imst bis hin zum Getreideanbau in Fürstenburg/Mals. Insgesamt können die Schüler aus 33 Kursen an acht Schulstandorten wählen.

Austausch in der Europaregion

Ziel der nunmehr fünften Euregio-Mobilitätswoche ist der Austausch in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino. „Es geht darum, über den Zaun zu schauen und die Vielfalt der Berglandwirtschaft kennenzulernen, neue Erfahrungen zu machen und Kontakte über eigene Stammschule hinaus zu knüpfen“, freut sich LHStv Josef Geisler bei einem Besuch an der Landwirtschaftlichen Lehranstalt (LLA) Rotholz über das rege Interesse. Die Aktion schaffe auch Bewusstsein, dass die Europäische Union ein wichtiges Projekt ist, denn gerade was die Ausbildung anlangt, würden Europa und die Europaregion viele Möglichkeiten bieten, so Geisler. 

Moritz Aukentaler von der Fachschule für Landwirtschaf Dietenheim in Bruneck hat sich für den Kurs „Schweinehaltung und traditionelle Speckerzeugung“ entschieden, weil er „einmal  etwas anderes sehen wollte und in Zukunft gerne Schweine halten würde“. Christine Haller von der LLA Weitau in St. Johann ist wie ihr Kollege Sven Calvo von der Fachschule Fürstenburg im Vinschgau nach Rotholz gekommen, um dort einen Maskenschnitzkurz zu belegen. Gleich drei Gruppen und großen Zulauf gibt es im Bereich Forstwirtschaft, einer „Rotholzer Spezialität“.

„Jede Schule hat ihre Schwerpunkte. Diese können die Schüler anderer Schulen im Rahmen der Euregio-Mobilitätswoche kennenlernen“, so Direktor Josef Norz von der österreichischen LLA Rotholz, die heuer 80 Schüler verschickt und wieder aufnimmt.

62 Südtiroler nach Nord- und Osttirol

178 Schüler aus Nordtirol, 89 aus Südtirol und 8 aus dem Trentino tauschen heuer ihre Schule. Von den Nord- und Osttiroler Schüler haben sich 60 für ein Woche in Südtirol und weitere 8 für das Trentino entschieden. Im Gegenzug kommen 62 Südtiroler Schüler an eine der vier landwirtschaftlichen Lehranstalten in Nord- und Osttirol“, weiß Josef Norz, Direktor der LLA Rotholz. Zu den meistgebuchten Kursangeboten im österreichischen Bundesland Tirol im heurigen Jahr gehören Forstwirtschaft an der LLA Rotholz, der Almwirtschafts- und Klauenpflegekurs an der LLA Weitau/St. Johann, Obstbau und Obstverwertung an der LLA Imst sowie sichere Holzernte an der LLA Lienz.

Die landwirtschaftlichen Lehranstalten in Nord- und Osttirol führen diese Mobilitätswoche bereits seit 2006 durch, vor fünf Jahren wurde das Angebot auf die gesamte Euregio erweitert und dadurch noch attraktiver.

stol

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