Rund 20 Minuten betrug die Wartezeit in den Mittagsstunden, ehe die Trauernden von den blauen Zelten mit den Kondolenzbüchern in die Aufbahrungshalle 2 vorgelassen wurden. „Ich verneige mich vor einem großen Künstler“, „Der letzte große Österreicher“, „Letzte Grüße für einen der Größten“, „Sie haben eine österreichische Epoche geprägt“. So lauten einige der Eintragungen aus den vier aufliegenden Kondolenzbüchern. Immer wieder liest man: „Danke für die schönen Stunden“. Und natürlich „Servus“ in allen Variationen.Es sind vorwiegend Wiener, die an diesem kalten Wintertag hierhergekommen sind, Menschen aller Altersgruppen, die sich von jemandem verabschieden wollen, den sie wie einen Freund gekannt haben. „Du wirst uns fehlen, du hast so viele Menschen begeistert“, heißt es einmal. Und: „Du warst ein Teil meines Lebens und ein großes Vorbild. Lebe wohl!“Diszipliniert warten die Menschen in einer langen Schlange. Hauptgesprächsthema natürlich: Das Teilen von Erinnerungen an den verstorbenen letzten Superstar der Unterhaltungsbranche. „Eine Selbstverständlichkeit“, sei es für ihn gewesen, hierherzukommen, erzählt Karl Kamelander, ein 67-jähriger Pensionist aus Wien. Er habe „größten Respekt vor diesem großen Künstler“ und verstehe überhaupt nicht, warum Alexander von manchen Kritikern angegriffen worden sei: „Das war keine seichte Unterhaltung. Die heile Welt ist doch das, was die Menschen glücklich macht!“In der Halle selbst herrscht große Ruhe, obwohl kaum jemand sich mehr als ein paar Augenblicke Zeit nimmt. Vor den großen Kränzen der Politiker („In Hochachtung vor einem großen österreichischen Künstler“, steht auf der Schleife des Kranzes von SPÖ-Kulturministerin Claudia Schmied) legen immer wieder Menschen einzelne Blumen nieder. Am Ausgang erhalten sie Gedenkbilder Peter Alexanders. „Sag beim Abschied leise Servus“, steht auf den Karten.Ein Gerücht macht die Runde, dass der Sarg leer sei, dass das eigentliche Begräbnis zeitgleich am Grinzinger Friedhof stattfände. Den Menschen hier ist das egal. Sie sind dankbar, dass ihnen entgegen den ursprünglichen Plänen Gelegenheit gegeben wurde, sich öffentlich von ihrem Idol zu verabschieden. „Ich habe ihn sehr geschätzt“, erzählt eine in Wien lebende Oberösterreicherin, die mit den Tränen kämpft: „Er hat mein Leben sehr bereichert.“ apa