Dienstag, 21. Februar 2017

Taxifahrer streiken in Italien: Gewaltsame Proteste in Rom

Italienische Taxifahrer haben am Montag den sechsten Tag in Serie in den größten Städten des Landes gestreikt. Vor einem Treffen zwischen einer Delegation von Taxifahrern mit Verkehrsminister Graziano Delrio kam es in Rom zu gewaltsamen Protesten. Bei einer Demonstration vor dem Parlament explodierten mehrere Knallkörper.

Bei den Streiks der Taxifahrern in Rom ist es zu Gewalt gekommen.
Bei den Streiks der Taxifahrern in Rom ist es zu Gewalt gekommen. - Foto: © LaPresse

Protestiert wurde unter anderem gegen den umstrittenen US-Fahrdienstvermittler Uber und die Regierung in Rom. Diese habe bisher nichts gegen die unkontrollierten „Schwarzfahrer-Taxis“ unternommen, die in immer höherer Anzahl ihre Dienste anbieten würden, kritisierten die Taxifahrer, deren Lobby zu den am besten organisierten und kämpferischsten in Italien zählt.

Gruppen von Taxifahrern versammelten sich vor dem Sitz der Regierungspartei PD (Partito Democratico) und bewarfen das Tor mit Gegenständen. Die Polizei musste eingreifen. Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi traf eine Delegation von Taxifahrern auf der zentralen Piazza Venezia und erklärte sich mit ihrem Protest solidarisch. Der Taxidienst müsse geregelt und geschützt werden, erklärte die Bürgermeisterin.

Die Taxifahrer befürchten, durch zunehmende Liberalisierung ihre Machtposition zu verlieren. Sie haben teilweise hohe Summen für die Lizenzen gezahlt, die in Großstädten bis zu 250.000 Euro kosten können und bei einer Marktöffnung nun an Wert einbüßen könnten.

apa

stol