Sonntag, 15. Mai 2016

Technologie und Sprache im Zusammenspiel

"Lehrer für einen Tag". Unter diesem Motto fand am Freitag, 13. Mai 2016, der EUCLIP-Contest mit Beteiligung des Bozner Gymnasiums Walther von der Vogelweide und des Trientner Sprachenlyzeums Scholl an der EURAC statt. Im Rahmen der Forschungsiniziative Euregio Cross Linguistic Project - kurz EUCLIP - von Euregio GmbH, EURAC und der Stiftung Bruno Kessler konnten die Schüler das Zusammenspiel von Technologie und Sprache erfahren.

Die Schüler der Gymnasien aus Bozen und Trient freuen sich über die gewonnenen Preise.
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Die Schüler der Gymnasien aus Bozen und Trient freuen sich über die gewonnenen Preise.

Dass Sprachtechnologie begeistern kann, beweist der große Einsatz, der im zweistündigen Wettbewerb an den Tag gelegt wurde. Anfeuerungsrufe, Applaus und Jubel hallten durch das EURAC-Gebäude. Für diesen einen Tag sollten die Schüler selbst in die Rolle der Lehrer schlüpfen.

Die Schuler hingegen, die in den Sprachen Deutsch, Englisch und Italienisch unterrichtet werden sollten, waren außergewöhnlich: anhand von konkreten Beispielen sollten Computer die drei Sprachen erlernen, dafür mussten die Schüler Eigennamen (Personen, Orte und Organisationen) identifizieren und zuordnen.

"Beeindruckend, wie sich Schüler in die Materie vertiefen"

Egon Stemle, EURAC-Computerlinguist stand den Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite: “Es war beeindruckend zu sehen, wie sehr sich die Schüler in die Materie vertieften - und die Feinheiten der Eigennamenerkennung ausloteten”.

Einen nicht zu unterschätzenden Anreiz bot die Aussicht, einen der drei begehrten Preise zu ergattern. Nach einem Kopf an Kopf-Finale konnte Trient das Rennen in den Kategorien “Italienisch” und “Englisch” für sich entscheiden, Bozen zog mit dem Sieg in der Kategorie “Deutsch” nach. Der Tagesgesamtsieg ging somit in die Nachbarprovinz.

Hochinteressante und wichtige Erfahrung

Martina Adami, Direktorin des Gymnasiums Vogelweide ist überzeugt, dass der Tag für die Schüler eine hochinteressante und wichtige Erfahrung gewesen sei. "Sie konnten den Umgang mit Sprache in Kontexten kennen lernen, die sie so in der Schule nicht erfahren, hinzu kommt natürlich noch die Möglichkeit, wichtige Kontakte zur Arbeitswelt zu knüpfen", so Adami.

Die Iniziative will Raum bieten, Raum für Begegnungen und Austausch, dies unterstreicht Omar Signori, CEO des Südtiroler ICT-Unternehmens Euregio und Organisator der Zusammenkunft: „EUCLIP-Contest will sprachliche Integration und aktive Mehrsprachigkeit fördern, den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Unternehmen und Schule leben.”

Von der Wichtigkeit des Projektes überzeugt, zeigt sich auch Andrea Simoni, Generalsekretär der Stiftung Bruno Kessler: “Diese Iniziative vereint all jene Komponenten, die unsere Region nach vorne bringen: es liegt an uns, der neuen Generation den Geist für Innovation und Fortschritt zu vermitteln und ihren Sinn für die Herausforderung zu schärfen.”

EUCLIP: Technologische und wissenschaftliche Herausforderung

Mit EUCLIP beschreiten Euregio, FBK und EURAC neue Wege im Bereich der Cross-Linguistik. Ziel ist es, einen Algorithmus zu erarbeiten, der mit einem einsprachigen Suchlauf verschiedensprachige Datenbanken durchsuchen kann und semantisch übereinstimmende Ergebnisse anbietet.

Bernardo Magnini, wissenschaftlicher Koordinator der Abteilung Cognitive Computing in der Stiftung Bruno Kessler, obliegt die Leitung des Forschungsprojektes: “Wir stehen vor einer großen technologischen und wissenschaftlichen Herausforderung, bei der vor allem Kompetenzen in der Verarbeitung natürlicher Sprache und maschinelles Lernen eine entscheidende Rolle spielen werden”.

stol

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