Sonntag, 15. November 2020

Teil-Lockdown in der Toskana und in Kampanien

Seit Sonntag zählen auch die Regionen Toskana und Kampanien zu „roten Zonen“. Die Menschen müssen weitgehend zu Hause bleiben. Ausnahmen gelten nur für den Weg zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen. Bars, Restaurants und fast alle Geschäfte mit Ausnahme von Supermärkten und Apotheken müssen schließen.

Am Samstag sind die Neapolitaner noch durch die Straßen ihrer Stadt flaniert, ab Sonntag ist die Region im so genannten „Teil-Lockdown“.
Am Samstag sind die Neapolitaner noch durch die Straßen ihrer Stadt flaniert, ab Sonntag ist die Region im so genannten „Teil-Lockdown“. - Foto: © ANSA / CIRO FUSCO
Zur „roten Zone“ waren bereits Südtirol, die Lombardei, das Piemont, das Aostatal und Kalabrien erklärt worden. Insgesamt sind inzwischen rund 26 der 60 Millionen Italiener von den strengen Maßnahmen betroffen.

Um die rasante Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hat die italienische Regierung eine landesweite nächtliche Ausgangssperre verhängt und die Regionen in drei Risikostufen unterteilt, in denen abhängig von der Infektionslage unterschiedlich strikte Maßnahmen gelten. Es gibt rote, orangefarbene und gelbe Regionen.

Neapolitaner in Massen im Stadtzentrum

Am letzten Tag vor dem Teil-Lockdown im süditalienischen Kampanien strömten Neapolitaner in Massen durch das Stadtzentrum und flanierten entlang der Küste, was Ärger bei den Behörden auslöste. Kampanien wurde direkt von der gelben zur roten Zone erklärt. Die Region mit der Vesuvstadt ist mit einer zunehmenden Zahl von Corona-Infizierten konfrontiert, die die überfüllten Krankenhäuser schwer belastet.

Weitere „orangene“ Regionen

Drei weitere Regionen – Emilia Romagna, Friaul-Julisch Venetien und Marken – schließen sich ab dem heutigen Sonntag den „orangen Zonen“ Ligurien, Umbrien, Abruzzen, Basilikata, Apulien und Sizilien an. In den orangen Zonen dürfen die Menschen ihr Haus zwar verlassen, aber es ist verboten, in andere Orte oder Regionen zu fahren. Ausnahmen gelten etwa für den Weg zur Arbeit. Vorgesehen ist eine Schließung der Lokale sieben Tage pro Woche.

„Es gibt keinen anderen Weg“

„Ich weiß, dass wir weitere Opfer verlangen, aber es gibt keinen anderen Weg, wenn wir die Zahl der Todesopfer senken, die Ansteckungen eindämmen und einen unerträglichen Druck auf unser Gesundheitssystem verhindern wollen“, hatte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Freitag die weiteren restriktiven Maßnahmen der Regierung begründet.
In Italien wurden am Samstag 37.255 Neuansteckungen gemeldet. Es gab 544 Tote, sechs weniger als am Vortag. Somit beträgt die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Epidemie in Italien am 20. Februar 44.683.
(Schluss) mit/fre/ar

stol