Insgesamt 11 Schutzhütten hat der Alpenverein im ganzen Land. Je nach Höhe fällt das Datum der Öffnung unterschiedlich aus. „Der 15. Juni ist für uns der Stichtag“, berichtet Niedrist. „An diesem Tag eröffnen wir den Großteil unserer Hütten.“ Der viele Schnee bereite den Wirten der höher gelegenen Hütten heuer allerdings Probleme. Die Brixner- und die Marteller Hütte sind nach wie vor geschlossen – sie öffnen erst an diesem Samstag.<BR /><BR />Mit den Reservierungen für den Sommer ist man beim AVS allerdings zufrieden. „Die Buchungslage ist sogar besser als im vergangenen Jahr“, so Niedrist. Allerdings stornieren viele Gäste bei schlechtem Wetter kurzfristig. Dies machte sich auch zu Beginn dieser Saison bemerkbar: Regen und Schneefall haben zu zahlreichen Absagen geführt. „Leider kommt es auch vor, dass viele Gäste gar nicht erst absagen und einfach nicht kommen“, bemängelt Niedrist. Entscheidet man sich dafür, nicht in der Schutzhütte zu übernachten, sollte man die Buchung auf jeden Fall früh genug stornieren, mahnt Niederst an. Viele Touristen hätten aber offensichtlich überhaupt nichts vom in diesem Jahr doch recht späten Schneefall in den hohen Lagen des Landes mitbekommen und kämen doch auf die Hütten.<h3> Keine Angst vor Wolf und Bär</h3>Dass sich gar einige der Gäste von Wolf oder Bär abschrecken lassen, glaubt Niedrist nicht. „Vor allem in den hohen Lagen ist das Großraubwild ja kein Thema“, ist er überzeugt. Manchmal sei das Großraubwild in aller Munde. Dann aber rücke es auch ganz schnell wieder in den Hintergrund, so Niederst.<BR /><BR />Von einem mäßigen Start in die Saison spricht <b>Stefan Perathoner</b>, Vorsitzender der HGV-Fachgruppe „Schutzhütten Südtirol“ und Wirt der <b>Tierser-Alpl-Hütte</b>. Seit 30. Mai ist sein Schutzhaus geöffnet. Insgesamt 9 Tage lang dauerte es, die Hütte von dem vielen Schnee, der Ende Mai fiel, zu befreien, berichtet er. „Langsam schwinden die Schneefelder allerdings und die Situation normalisiert sich“, erzählt Perathoner. Einen derart späten Schneefall gebe es aber glücklicherweise definitiv nicht jedes Jahr. Über den Regen hingegen beschwert sich der Hüttenwirt weniger, da so der Wasserbedarf gedeckt werden kann.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1042332_image" /></div> <BR /><BR />„Für den Sommer wurden bereits zahlreiche Buchungen am Tierser Alpl vorgemerkt“, freut sich der Hüttenwirt. Seit Beginn der Saison verzeichnete man allerdings auch hier aufgrund des schlechten Wetters viele Absagen. „Im vergangenen Jahr sind wir definitiv besser in die Saison gestartet“, sagt Perathoner. Auch er ist überzeugt davon, dass sich seine Gäste nicht von Wolf und Bär abschrecken lassen – schließlich wurde nahe der Tierser-Alpl-Hütte bislang kein Großraubwild gesichtet. Konsumiert wird auf seiner Hütte ähnlich viel wie im vergangenen Jahr. Da merke man bislang kaum einen Unterschied.<h3> Suche nach Personal erweist sich als schwierig</h3>Probleme bereitet auf den Schutzhütten nach wie vor das fehlende Personal. „Der Job auf der Schutzhütte eignet sich zwar bestens für junge Erwachsene“, sagt der Tierser-Alpl-Wirt. Diese hätten jedoch häufig andere Interessen. Ebenfalls nach wie vor ein großes Problem in den Höhen sei die Unterbringung des Personals. Während Hotels in Tallagen ihren Angestellten meist ein Einzelzimmer mit allem Drum und Dran anbieten, erweist sich dies auf der Schutzhütte als äußerst schwierig. „In diesem Bereich müssen wir uns unbedingt anpassen“, so Perathoner. „Ein- oder Zweibettzimmer sind auch auf den Schutzhütten die Zukunft.“<BR /><BR />Kein Problem bei der Suche nach Personal hat man auf Südtirols höchster Schutzhütte, dem <b>Becherhaus</b>. „Wir verfügen über junges und motiviertes Personal, das gerne mitarbeitet“, erzählt Hüttenwirt <b>Lukas Lantschner</b>. Die Arbeit auf der 3195 Meter hoch gelegenen Hütte sei nämlich eine einzigartige Erfahrung. Untergebracht werden die Angestellten im Becherhaus selbst, da es natürlicherweise ein Ding der Unmöglichkeit wäre, jeden Tag eine Wanderung von 7 bis 8 Stunden zurückzulegen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1042335_image" /></div> <BR /><BR />Noch ist das Becherhaus allerdings geschlossen – es öffnet seine Tore ebenfalls erst am Samstag. „Vergangene Woche haben wir die Hütte aus dem Winterschlaf erweckt und alles für den Sommer vorbereitet“, berichtet Lantschner. Über die Buchungslage für die diesjährige Saison zeigt er sich äußerst zufrieden. „Man merkt einfach, dass der Bergsport im Trend liegt“, freut sich der Hüttenwirt. Nur das Wetter könne ihm noch einen Strich durch die Rechnung machen.<h3> „Sicherheit hat oberste Priorität“</h3>Betrachtet man die momentane Situation, mahnt Lantschner allerdings zur Vorsicht. „Bei dieser Schneelage können nur erfahrene Bergsteiger zu uns heraufsteigen“, warnt er. Die Sicherheit habe oberste Priorität. Sollte das Wetter keinen Aufstieg zulassen, ist Lantschner selbst der erste, der zum Umzudrehen auffordert. Die Gäste des Becherhauses stammen großteils aus Italien, Deutschland, Österreich oder aus der Schweiz. „Aber auch viele Einheimische besuchen uns“, sagt Lantschner.<BR /><BR />Auf die <b>Tiefrastenhütte</b> begeben sich neben deutschen und österreichischen Alpinisten auffallend viele niederländische Gäste, berichtet Hüttenwirt <b>Stefan Oberhollenzer</b> (Bild). Erst am 11. Mai hat er die Hütte nach der Winterpause geöffnet – eine Woche später als normal. „Dies hängt nicht nur mit dem vielen Schnee und dem schlechten Wetter zusammen“, so Oberhollenzer. „An der Tiefrastenhütte wurde auch einiges umgebaut.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1042311_image" /></div> <BR /><BR />Der Hüttenwirt ist sich bewusst, welch wichtige Rolle das Wetter spielt. Allerdings sei das Wetter im vergangenen Jahr auch nicht besser gewesen, erinnert er sich. Der Saisonstart könnte besser sein, aber unzufrieden mit dem bisherigen Verlauf ist sich der Hüttenwirt dennoch nicht. „Das schlechte Wetter hat Vor- und Nachteile“, weiß Oberhollenzer. „Einerseits schreckt es die Gäste ab. Andererseits wirkt es sich positiv auf den Trinkwasserstand aus.“<BR /><BR />So langsam kommt die Sommersaison aber ins Rollen. Noch ist der viel besuchte Pfunderer Höhenweg zwar von Schnee bedeckt, aber Oberhollenzer ist sich sicher, dass dieser mit den steigenden Temperaturen bald schwindet. Buchungen hat man auf der Tiefrastenhütte ähnlich viele wie im Vorjahr. „Jedoch ist die Buchungslage bei uns schwierig zu bewerten, da Reservierungen bei uns häufig kurzfristig erfolgen“, sagt Oberhollenzer. Genauso werde oft kurzfristig storniert – oder gar nicht abgesagt. Darüber ärgert sich der Hüttenwirt am meisten. „Schließlich macht man sich auch Sorgen um den Gast“, bemängelt er. „Es wäre ja auch möglich, dass ihm beim Aufstieg etwas passiert ist.“ <BR /><BR />Auch wenn die Tiefrastenhütte gerne von Touristen besucht wird, kehren laut Schätzung des Wirts zu 70 Prozent Einheimische ein. „Wir stellen nämlich das ideale Ziel für einen Tagesausflug dar“, so Oberhollenzer.<BR /><BR />Auf der <b>Matscher Alm</b> ist das genau Gegenteil der Fall. „Im Sommer werden wir von rund 70 Prozent Touristen besucht“, sagt Hüttenwirtin <b>Ramona Windegger</b>. Sie zeigt sich durchaus zufrieden mit dem Start in die diesjährige Sommersaison. Gäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber auch aus den Niederlanden haben der Matscher Alm bereits einen Besuch abgestattet.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1042338_image" /></div>