Montag, 04. Mai 2020

Teilzeitschule: Bildungsministerin Azzolina rudert zurück

Bildungsministerin Lucia Azzolina rudert nach den Äußerungen vom Sonntag zur Teilzeitschule zurück und äußert die Absicht, in der zukünftigen Organisation des Schulunterrichts den verschiedenen Altersklassen Rechnung zu tragen. Die SVP-Kammerabgeordnete und Landesfrauenreferentin Renate Gebhard begrüßt diesen Sinneswandel.

Fernunterricht soll nun nur für ältere Schüler in Frage kommen.
Fernunterricht soll nun nur für ältere Schüler in Frage kommen. - Foto: © shutterstock
Am Sonntag hatte Bildungsministerin Lucia Azzolina in einem Interview für den Schulbeginn im Herbst eine Teilzeitschule angekündigt, bei der sich Präsenzstunden in der Klasse und Fernunterricht zuhause abwechseln sollten. STOL hatte berichtet. Gebhard kritisierte diese Ankündigung der Bildungsministerin, die diese in einem Interview und zudem ohne vorherige Einbeziehung des Parlaments getätigt hat.

„Eine solche neue Form der Schule in Coronazeiten ginge einmal mehr zu Lasten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zumal vor allem jüngere Schüler nicht alleine vor dem Computer dem Unterricht folgen und die Aufgabenstellungen bewältigen können“, gibt Gebhard den vielen besorgten Eltern eine Stimme. „In der Regel trifft es dann einmal mehr die Frauen, die ihren Beruf zurückstecken müssten und dies gilt es auf jeden Fall zu verhindern.“

Fernunterricht nun doch nur für ältere Schüler angedacht

Am heutigen Montag ruderte Bildungsministerin Lucia Azzolina zurück. „Der Fernunterricht soll nun doch nur für ältere Schüler infrage kommen, welche die Online-Aufgaben ohne elterliche Unterstützung und Betreuung bewältigen können“, berichtet Gebhard.

„Für die Grundschule hingegen gilt es, nach anderen Möglichkeiten zu suchen und den Unterricht teilweise in andere Einrichtungen zu verlagern“, so Gebhard über die aktuellen Pläne der italienischen Regierung. „Dabei hängt es ein Stück weit auch von uns allen ab, wie die Schule in naher Zukunft aussehen kann, indem wir uns an die Sicherheitsmaßnahmen halten und so den Pandemieverlauf mitbestimmen“, regt die Kammerabgeordnete zur Selbstdisziplin an.

Kinder haben ein Recht auf soziale Kontakte

„Kinder brauchen soziale Kontakte, um sich zu entwickeln und zu wachsen“, weist Gebhard in diesem Zusammenhang abermals auf die Tragweite der Entscheidungen hin. „Es geht daher um weit mehr als nur um die Kinderbetreuung“, wird Gebhard nicht müde zu betonen, „Nicht zu vergessen das Thema Kinderschutz und die Tatsache, dass ein Großteil der Meldungen über familiäre Missstände über die Schule erfolgt.“ Familien brauchen laut Gebhard mehr Unterstützung, um durch diese Krise zu kommen.

„Mit Elternzeit und Babysitterbonus ist es nicht getan“, betont die Südtiroler Parlamentarierin zum wiederholten Mal und fordert die Regierung erneut auf, die vielen Anregungen der Familien und Interessensvertretungen endlich ernst zu nehmen und entsprechende Maßnahmen zu setzen.

„Von der Schulministerin würde ich mir mehr Realitätsbezug und eine differenziertere Sensibilität für die Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und die Sorgen der Eltern erwarten“, so Gebhard abschließend.

stol

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